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25.05.2018

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung im Kreis wird ausgedehnt

Die „letzte Reise“ treten wir alle ohne Koffer und Fahrkarte, ohne Scheckkarte und ohne Handy an. Allerdings soll möglichst jeder Einzelne die Möglichkeit haben, diesen letzten Lebensabschnitt ohne Schmerzen und am besten in vertrauter Umgebung zu gehen. Zu diesem existenziell wichtigen und berührenden Thema trafen sich Vertreterinnen und Vertreter verschiedener, vor allem medizinischer Professionen auf Initiative des Pflegestützpunktes Main-Tauber-Kreis und des Sozialdezernats im Landratsamt, um die Situation im Landkreis gemeinsam zu analysieren.

Im Mittelpunkt stand die Fragestellung, ob es hier für betroffene Menschen die so genannte Spezialisierte ambulante Palliativversorgung, kurz SAPV, auch vor Ort und flächendeckend gibt. Für Schwerstkranke in der letzten Lebensphase, die wegen eines komplexen und ausgeprägten Symptomgeschehens ggf. mit wiederkehrender Krisenintervention eine besonders aufwendige Versorgung benötigen, ist die SAPV die bedarfsgerechte Sachleistung der Krankenkassen.

Die SAPV-Leistung gibt es in dieser Form in Deutschland seit 2007. Sie umfasst die persönliche Beratung, die Koordination der unterschiedlichen Leistungserbringer wie Pflegedienst, Hausarzt oder auch Sanitätshaus sowie auch die notwendigen Hausbesuche.

Die SAPV-Mitarbeiter betreuen vor allem Patienten, die unter komplexen Symptomen wie Schmerzen, Atemnot und Panik leiden. Auch verunsicherte Angehörige werden beraten, beruhigt und auch getröstet. Es besteht eine 24-Stunden-Rufbereitschaft. Die SAPV-Versorgung kann der behandelnde Arzt per Rezept verordnen. Sie ergänzt dabei die Regelversorgung und tritt nicht an Stelle des Arztes, des Krankenhauses oder des Pflegedienstes. Die einzelnen Stellen und Dienste, die an der Versorgung beteiligt sind, stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern arbeiten eng verzahnt.

In den Abstimmungsgesprächen tauschten sich niedergelassene Ärzte, ambulante Hospizgruppen und -dienste, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und ambulante Pflegedienste mit der Landkreisverwaltung und der federführenden Krankenkasse AOK über die Eckpunkte einer tragfähigen regionalen SAPV-Versorgung aus.

Eingebunden war auch Palldomo, der SAPV-Dienst mit Sitz in Buchen im benachbarten Neckar-Odenwald-Kreis. Palldomo hat ausgehend von wenigen betreuten Patienten im Main-Tauber-Kreis ganz neu vertraglich die SAPV-Versorgung für den überwiegenden Teil des Kreisgebietes übernommen. Die betroffenen Patienten aus 14 der 18 kreisangehörigen Städte und Gemeinden können nun künftig über Palldomo eine SAPV erhalten. Aktuell sind die Kommunen Creglingen, Igersheim, Niederstetten und Weikersheim noch außen vor. Für folgende Städte und Gemeinden steht nun das Angebot von Palldomo zur Verfügung: Wertheim, Külsheim, Werbach, Tauberbischofsheim, Großrinderfeld, Grünsfeld, Boxberg, Lauda-Königshofen, Ahorn, Assamstadt und Bad Mergentheim.

Sozialdezernentin Elisabeth Krug freute sich über den erreichten bedeutenden Zwischenstand für die SAPV-Versorgung im Landkreis und dankte dem Palliativ-Care-Team Palldomo, das durch die Koordinatorin und Geschäftsführerin Kathrin Stickel vertreten war. „Wir können über diese aktuelle Entwicklung glücklich und dankbar sein. Damit kann viel individuelles Leid genommen werden“, sagte Elisabeth Krug. Seitens der Ärzte und Pflegedienste wird das neue Engagement von Palldomo ebenfalls begrüßt, weil die Zusammenarbeit künftig strukturiert erfolgen kann.

Der Teamleiter des SAPV-Dienstleistungszentrums der AOK mit Standort Hechingen, Alexander Akamphuber, war sich sicher, dass das neue Angebot rasch angenommen wird, und erklärte seine Bereitschaft, auch an einer Lösung für die Versorgung der bislang nicht versorgten Kommunen mit zu arbeiten. Es komme jetzt darauf an, sagte Akamphuber, das Angebot bekannt zu machen. „Die AOK hat mit ihrer Initiative wieder einmal das Versprechen eingelöst, nah am Menschen zu sein.“

Nähere Informationen zu Palldomo gibt es bei Palldomo, Hollergasse 22 in Buchen, Telefon 06281/565 10 34 oder info@palldomo.de.

Der Pflegestützpunkt Main-Tauber-Kreis ist eine Anlaufstelle für alle Fragen zur Pflege und Versorgung. Die Beratung ist unabhängig, kompetent und kostenlos. Ute Kuschel und Monika Schwenkert helfen bei allen Fragen rund um die Themen Senioren und Pflege zuverlässig und kompetent weiter.

Sprechzeiten des Pflegestützpunktes Main-Tauber-Kreis im Mehrgenerationenhaus in der Josef-Schmitt-Straße 26a in Lauda sind montags, dienstags, mittwochs und freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie donnerstags von 15 bis 18 Uhr. Terminabsprachen sind jederzeit auch außerhalb der angegebenen Zeit möglich. Im Bedarfsfall können auch Hausbesuche verein-bart werden. Darüber hinaus ist der Pflegestützpunkt telefonisch montags bis freitags von 8 bis 12.30 Uhr und am Donnerstag von 8 bis 18 Uhr unter 09343/58 99 478 oder per Mail an pflegestuetzpunkt@main-tauber-kreis.de erreichbar.

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