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26.07.2020

Sieben neue Coronavirus-Infektionen bestätigt (Zahlen 25./26. Juli) - Kontaktpersonen vs. "Kontakt vom Kontakt"

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Wochenende sieben neue Fälle einer Coronavirus-Infektion gemeldet. Am Samstag, 25. Juli, wurden zwei Fälle in den Gebieten der Städte Lauda Königshofen und Wertheim, am Sonntag, 26. Juli, fünf Fälle bestätigt. Sie verteilen sich auf drei Fälle in Lauda-Königshofen sowie jeweils einen in Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim. Damit liegt die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis bei 458.

Die neu infizierten Personen befinden sich in häuslicher Isolation. Ihre Kontaktpersonen werden ermittelt. Für sie wird ebenfalls häusliche Isolation angeordnet und eine Testung veranlasst. Mindestens zwei der neuen Fälle stehen gesichert im Zusammenhang mit einer bekannten Infektionsquelle, ebenso wie der größte Teil der seit dem 14. Juli gemeldeten Fälle. 

Von den infizierten Personen im Main-Tauber-Kreis sind inzwischen 390 wieder genesen. Derzeit sind 58 Personen aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 0, Assamstadt: 0, Bad Mergentheim: 2, Boxberg: 5, Creglingen: 0, Freudenberg: 0, Großrinderfeld: 0, Grünsfeld: 0, Igersheim: 1, Külsheim: 0, Königheim: 2, Lauda-Königshofen: 9, Niederstetten: 0, Tauberbischofsheim: 32, Weikersheim: 0, Werbach: 4, Wertheim: 3 und Wittighausen: 0.

Kontaktpersonen der Kategorien K 1, K 2, K 3

Zu den wesentlichen Begriffen im Rahmen der Pandemiebekämpfung gehören die so genannten Kontaktpersonen. Wenn eine Infektion festgestellt wird, muss das Gesundheitsamt die Kontaktpersonen des Erkrankten ermitteln und über das weitere Vorgehen bei ihnen entscheiden. Hierbei wird eine Einstufung in drei verschiedene Kategorien vorgenommen. 

Zur „K 1-Kontaktperson“ wird, wer in den vergangenen zwei Tagen vor Auftreten der Symptome oder einer positiven Testung ohne Symptome engeren Kontakt zum Infizierten hatte und somit einer hohen Ansteckungsgefahr ausgesetzt war. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn ein mehr als 15-minütiger „Face-to-Face“-Kontakt bestanden hat, also ein Kontakt über mehr als 15 Minuten, bei dem der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten wurde und keine andere Schutzvorrichtung wie beispielsweise eine trennende Plexiglasscheibe vorhanden war. Für die Infizierten selbst und für deren K 1-Personen ordnet das Gesundheitsamt gemäß den Vorgaben des Infektionsschutzgesetzes eine 14-tägige häusliche Quarantäne an. Zudem wird für alle K 1-Personen eine Testung veranlasst. 

In die Kategorie K 2 werden flüchtige Kontakte eingeordnet, das heißt, ein „Face-to-Face“-Kontakt bestand nur für weniger als 15 Minuten. In solchen Fällen ist die Gefahr, sich infiziert zu haben, gering und damit keine Quarantäne erforderlich. Allerdings hat das Gesundheitsamt hier in der letzten Zeit in Zweifelsfällen zur Sicherheit eine Testung angeordnet, beispielsweise bei Kollegen aus dem gleichen Unternehmen, die sich kurzzeitig begegnet sind.

In der Kategorie K 3 werden Kontakte zu medizinischem Personal in Schutzausrüstung erfasst. Hier sind aufgrund der Schutzmaßnahmen zunächst keine weiteren Schritte erforderlich.

Thema "Kontakt vom Kontakt" erklärt

Für viele Unsicherheiten in der Bevölkerung sorgt das Thema „Kontakt vom Kontakt“. Dieses lässt sich am besten anhand eines Beispiels erläutern: Ist eine Person bestätigt infiziert, werden deren K 1-Personen ermittelt, beispielsweise der Arbeitskollege aus dem gleichen Büro, in dem ohne Mindestabstand oder Trennscheibe gearbeitet wurde. Der Arbeitskollege muss daher – weil mehr als 15 Minuten „Face-to-Face“-Kontakt bestand – für 14 Tage in häusliche Quarantäne und wird einer Testung zugeführt. Seine Ehefrau und seine Kinder hatten aber keinen direkten Kontakt zum Infizierten und sind zunächst nur „Kontakt vom Kontakt“, so dass hier keine Quarantäne erforderlich ist. Allerdings sind innerhalb der Familie besondere Abstands- und Hygieneregeln zu beachten. 

Die Situation ändert sich sofort, wenn bei der Testung des Ehemannes festgestellt wird, dass er sich ebenfalls infiziert hat. Damit sind Frau und Kinder nicht mehr „Kontakt vom Kontakt“, sondern engere Kontaktpersonen und müssen umgehend in Quarantäne sowie zur Testung. 

„Die Unterscheidung von K 1-Personen und ‚Kontakt-vom-Kontakt‘ zeigt letztendlich, dass auch im Infektionsschutz mit Maß und Ziel vorgegangen werden muss. Auf diese Weise werden nur Isolationen verfügt, die unbedingt nötig sind, da solche Maßnahmen einen erheblichen Eingriff in die Bewegungsfreiheit bedeuten“, fasst Erster Landesbeamter Schauder zusammen.

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