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17.11.2017

Verbandsdirektor Klaus Mandel bei der Wirtschaftsförderung

Im Mittelpunkt der Herbstarbeitssitzung der Kreis-Wirtschaftsförderung stand die Ausrichtung der Arbeit in den kommenden sechs Monaten. Hierbei wurde einheitlich beschlossen, weiterhin Schwerpunkte in der Standortentwicklung und Fachkräftegewinnung zu setzen. Zahlreiche Bürgermeister und weitere Vertreter der Städte und Gemeinden sowie wirtschaftsnaher Einrichtungen nahmen an der Sitzung im Landratsamt Main-Tauber-Kreis teil.

Den Auftakt der Sitzung unter der Leitung von Wirtschaftsdezernent Jochen Müssig bildete ein Bericht von Verbandsdirektor Klaus Mandel vom Regionalverband Heilbronn-Franken. Er zeigte die Regionalplanung zur Gewerbegebietsentwicklung aus. Er verdeutlichte, dass in der Region Schwerpunktorte mit entsprechender Gewerbegebietsentwicklung vorgesehen sind. Darunter befinden sich drei im Main-Tauber-Kreis, und zwar in Wertheim-Bettingen, auf Gemarkung Großrinderfeld mit dem interkommunalen Gewerbegebiet A 81 sowie auf Gemarkung Grünsfeld mit dem interkommunalen Industriepark Ob der Tauber.

Auf Nachfragen der Bürgermeister versicherte Klaus Mandel, dass eine örtliche Gewerbegebietsentwicklung bis zu fünf Hektar immer möglich ist. Ebenso sei es innerhalb der Regionalplanung möglich, bestehende Gewerbegebiete um bis zu 25 Prozent zu erweitern. „Ich rege an, dass wir frühzeitig in den Dialog eintreten und entsprechende Vorhaben miteinander erörtern“, sagte Klaus Mandel.

Ebenso erläuterte er die erforderlichen Plausibilitätsprüfungen für die Gewerbegebietsentwicklung, die beispielsweise die Wohndichte, die gegebenen Gewerbegebiete in der Nachbarschaft und damit eventuelle Alternativlösungen, die ÖPNV-Anbindungen und die Pendlerbewegungen einbeziehen. All dies muss abgewogen werden. Hinzu kommen die Interessen des Natur- und Umweltschutzes. Erst danach kann eine Regionalgewerbegebietsplanung vorangebracht werden.

Im weiteren Verlauf der Sitzung ging es um die Aktivitäten zur Bewerbung des Wirtschaftsstandortes Main-Tauber-Kreis und zur Unterstützung bei der Gewinnung von Facharbeitskräften. Dezernent Müssig informierte noch einmal über die durchgeführten Aktivitäten, die alle klassischen Instrumente des Marketings umfassten. So wurde für den Standort Main-Tauber-Kreis durch Rundfunkspots mit Landrat Reinhard Frank und Unternehmer Dr. Gunther Wobser, durch Fernsehbeiträge im regionalen Fernsehsender TVtouring sowie Anzeigen in den lokalen und regionalen Zeitungen geworben. Hinzu kam Pressearbeit einschließlich einer Pressereise.

„Wir setzen auf eine kontinuierliche Marktbearbeitung sowohl im Binnenmarkt Main-Tauber-Kreis als auch im Außenmarkt in Nachbargebieten Heilbronn-Franken, Rhein-Neckar sowie Mainfranken“, sagte Dezernent Jochen Müssig. Das Team der Wirtschaftsförderung um Amtsleiter Rico Neubert hat einen Marketingplan ausgearbeitet, der regelmäßig fortgeschrieben wird. Darin werden die Initiativen „Zukunft Main-Tauber“ und „Karriere daheim“ herausgestellt.

Ergänzend besucht die Wirtschaftsförderung regelmäßig die Hochschulkontaktmessen in Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt, setzt Ausbildungsbotschafter zur Werbung für eine duale Ausbildung ein und bietet Wirtschaftsstrukturgespräche in den Schulen innerhalb des Landkreises an. „Es ist unser Ziel, dass junge Menschen erkennen, welche guten beruflichen Chancen innerhalb des Main-Tauber-Kreises bei Unternehmen und Handwerksbetrieben existieren“, erläuterte Jochen Müssig. Die Vorgehensweise wurde durch die Bürgermeister und Gemeindevertreter unterstützt. Man nahm auch zur Kenntnis, dass der Fachkräfteschwund in einigen Berufsfeldern bereits deutlich spürbar ist, beispielsweise in den Berufsbildern Fleischer und Bäcker. Aber auch der Beruf Heizungsinstallateur leidet bereits unter Nachwuchsmangel.

Im Binnenmarkt hat die Wirtschaftsförderung in den vergangenen Monaten das grenzübergreifende Gespräch mit Würzburg, den Handwerkerempfang und Wirtschaftsgespräche durchgeführt. Im nächsten Jahr folgt der zweite Kreishandwerkerempfang. Diese von Landrat Reinhard Frank initiierte Veranstaltung fördert den Dialog mit und zwischen den Handwerksbetrieben und widmet sich der Herausforderung des Fachkräftebedarfs. Der nächste Kreishandwerkerempfang im Malerbetrieb Baumann in Tauberbischofsheim stattfinden.

Besonderen Raum wird auch wieder der Zukunftspreis Main-Tauber-Kreis einnehmen. Die Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Schulen und Banken hat sich darauf verständigt, im kommenden Jahr das Thema „Wissenstransfer“ auszuloben. Damit ist gemeint, dass in Unternehmen bereits vorhandenes Wissen an nachfolgende Arbeitskräfte weitergegeben und über neu in das Unternehmen oder in den Betrieb kommende Mitarbeiter frisches Wissen an bereits langjährige Mitarbeiter herangetragen wird. Unternehmen und Betriebe sollen durch den Wettbewerb animiert werden, diesen Wissentransfer sicherzustellen. „Damit kleine und Handwerksbetriebe eine Chance haben, sind zwei Kategorien für Kleinunternehmen und Handwerker sowie für Unternehmen ab 50 Mitarbeiter vorgesehen“, erläuterte Jochen Müssig. Der Zukunftspreis Main-Tauber-Kreis steht unter der Schirmherrschaft von Landrat Reinhard Frank und wird wieder mit Geldpreisen dotiert.

Zudem wurde informiert, dass die Breitbanderschließung im Main-Tauber-Kreis gut vorangeht. Nach wie vor – trotz einiger Verzögerungen in den laufenden Ausbaugebieten – ist es das Ziel, die Breitbanderschließung bis Ende 2018 im Main-Tauber-Kreis flächendeckend umzusetzen. Dann steht im geförderten Ausbaugebiet für über 99 Prozent der Anschlüsse und im eigenwirtschaftlich durch die Telekom ausgebauten Gebiet für rund 97 Prozent der Anschlüsse eine Mindestbandbreite von 50 Mbit/s zur Verfügung. „Wir freuen uns natürlich auch, dass die Europäische Union inzwischen dem so genannten VULA-Produkt zugestimmt und damit der Vectoring-Technik grünes Licht gegeben hat“, erläutert Müssig. Die VectoringTechnik stellt in den weiteren Entwicklungsstufen Bandbreiten bis zu 250 Mbit/s im Download zur Verfügung.

Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass nun parallel mit der Breitbanderschließung auch die Bildungseinrichtungen und Schulen im Landkreis direkt mit Glasfaser angefahren werden. Die Vertreter des Landkreises dankten den Städten und Gemeinden, dass diese Vorgehensweise erneut über die interkommunale Vereinbarung mittragen wird, die der Breitbanderschließung zugrunde liegt. „Eine gute Breitbandversorgung ist eine der entscheidenden Faktoren für die Zukunftssicherung des Wirtschaftsstandortes Main-Tauber-Kreis“, bestätigt Landrat Reinhard Frank.

Abschließend wurde über die bisherigen bewilligten Projekte aus den beiden LEADER-Kulissen Hohenlohe-Tauber und Badisch-Franken berichtet. Die Bürgermeister waren sich mit der Landkreisverwaltung darin einig, dass die bürokratischen Erfordernisse bei LEADER zu umfangreich sind. Zudem wurde auch Kritik geübt, dass beispielsweise die Entwicklung eines Dorfgemeinschaftshauses nicht gefördert wurde. Dieser aus Creglingen gegebene Hinweis wird jetzt in den laufenden Evaluationsprozess der beiden regionalen Entwicklungskonzepte mitgenommen.

Begrüßt wurde das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Die von der Wirtschaftsförderung für das Programmjahr 2018 zusammengetragenen Anträge aus den Städten und Gemeinden ergeben ein im Vergleich zum Vorjahr um knapp 30 Prozent gesteigertes Antragsvolumen. Dies erhöht auch den Zuschusswunsch an das Land Baden-Württemberg. Die Maßnahmen im ELR betreffen sowohl die Wirtschaft als auch Städte und Gemeinden oder Privatpersonen, beispielsweise im Wohnungsbau. Zahlreiche Bürgermeister, darunter Rüdiger Zibold, Christian Kremer, Roger Henning und Uwe Hehn, trugen den Wunsch vor, das Land möge die ELR-Mittel erhöhen. Es wurde deshalb aus der Mitte der Sitzungsteilnehmer der Wunsch geäußert, ein Grundsatzgespräch mit politischen Vertretern zu führen.

Abschließend dankte Müssig allen Mitwirkenden für die bereits einstimmig mitgetragenen Beschlüsse und den so für die Wirtschaftsförderung des Landkreises gegebenen Rückenwind. Er dankte auch im Namen von Landrat Reinhard Frank den Bürgermeistern, dass die im Haushalt des Landkreises eingestellten Gelder im Kreistag mitgetragen werden.

Informationen zum Wirtschaftsstandort Main-Tauber-Kreis gibt es beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Wirtschaftsförderung, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5809, Internet: www.main-tauber-kreis.de/wirtschaft.

 

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