Seiteninhalt


12.03.2025

Kümmerer-Programm: FABI erhält erstmals Zuschlag vom Land Baden-Württemberg - Neue Koordinierungsstelle für den Main-Tauber-Kreis

Der Fachkräftemangel bleibt eine große Herausforderung für Unternehmen in Baden-Württemberg. Besonders auf dem Ausbildungsmarkt wird die Suche nach Nachwuchskräften zunehmend schwieriger. Soweit ist das nichts Neues. Neu ist aber: Der Firmenausbildungsverbund e.V. Main-Tauber (FABI) übernimmt erstmals die Koordinierungsstelle für das landesweite Kümmerer-Programm im gesamten Main-Tauber-Kreis.

Seit über 40 Jahren setzt sich FABI als gemeinnütziger Verein für die Stärkung der dualen Ausbildung und die Fachkräftesicherung in der Region ein. Mit aktuell 116 Mitgliedern – darunter Unternehmen, Kommunen, Berufsschulen und Kammern – zählt FABI zu den ältesten und etabliertesten Einrichtungen dieser Art in Deutschland.

„Ausländische Nachwuchskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung des Fachkräftemangels“, ist die FABI-Geschäftsführerin Angela Meglio-Fritzmann überzeugt. Aus diesem Grund bewarb sich der Verein für das Förderprojekt „Integration durch Ausbildung – Perspektiven für Zugewanderte“, bekannt als Kümmerer-Programm, und erhielt den Zuschlag.

Das Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg unterstützt FABI dabei mit rund 46.000 Euro für die Jahre 2025 und 2026. Auch der Landkreis sieht in der Initiative eine wichtige Maßnahme gegen den Fachkräftemangel und beteiligt sich finanziell.

Da der Bedarf an Fachkräften zunehmend nicht mehr allein durch inländische Nachwuchskräfte gedeckt werden kann, gewinnt die Zuwanderung aus EU- und Drittstaaten immer mehr an Bedeutung. „Dieses Potenzial müssen wir nutzen“, betont Meglio-Fritzmann. Hier setzt das Kümmerer-Programm an und schafft eine Win-win-Situation für Unternehmen und Zugewanderte.

FABI vermittelt geeignete Zugewanderte gezielt in Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Ausbildungen. Dabei begleitet das Team die Teilnehmenden während des gesamten Bewerbungsprozesses – von der Berufswahl über die Erstellung der Unterlagen bis hin zur Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Auch während der ersten sechs Monate in Ausbildung stehen die Kümmerer den Auszubildenden unterstützend zur Seite. „Ein großes Thema bleibt der Behörden- und Antragsdschungel – auch hier helfen wir gezielt“, so Meglio-Fritzmann. Gleichzeitig sind Kümmerer Ansprechpartner für Ausbildungs- und Praktikumsbetriebe. „Wir wollen den Unternehmen bei der nachhaltigen Integration von Zugewanderten helfen, indem wir organisatorische Herausforderungen bündeln, Informationen zentral sammeln und unser Wissen zur Verfügung stellen“, erläutert die FABI-Geschäftsführerin das Konzept.

Gut trifft sich in diesem Zusammenhang auch, dass das Modellprojekt „Ausbildung+1“, das 2024 erstmals gestartet wurde, auch 2025 fortgesetzt wird. Diese speziell gestaltete Ausbildung richtet sich an Flüchtlinge und Migranten mit geringen Deutschkenntnissen, aber guter Bleibeperspektive. Durch ein vorgeschaltetes Ausbildungsjahr mit besonderem Fokus auf Sprachförderung soll der Einstieg erleichtert werden. Träger des Programms sind die IHK Heilbronn-Franken, die Gewerbliche Schule Bad Mergentheim und mehrere regionale Unternehmen. „Wir stehen bereits in engem Austausch mit den Verantwortlichen und werden die Zusammenarbeit intensivieren, um Synergien zu nutzen“, erklärt Meglio-Fritzmann.

„Unser Ziel ist es, eine verlässliche Anlaufstelle für Unternehmen zu sein und Zugewanderten eine echte Perspektive auf dem Arbeitsmarkt zu bieten“, fasst die FABI-Geschäftsführerin zusammen. Durch gezielte Unterstützung und enge Begleitung profitieren sowohl Unternehmen als auch die neuen Fachkräfte – ein Mehrwert für die gesamte Region.

Seite zurück nach oben Seite drucken