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14.05.2019

Vorstand des Diakonischen Werks Württemberg zu Gast bei Landrat Frank

Der Vorstand des Diakonischen Werkes Württemberg war im Landratsamt Main-Tauber-Kreis bei Landrat Reinhard Frank und Sozialdezernentin Elisabeth Krug zu Gast. Der Austausch drehte sich um aktuelle sozialpolitische Themen. Der Vorstandsvorsitzende, Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, und die Vorständin für Sozialpolitik, Kirchenrätin Eva-Maria Armbruster, wurden von Dekanin Renate Meixner aus Weikersheim und dem Geschäftsführer des Diakonischen Werkes im Main-Tauber-Kreis, Wolfgang Pempe, begleitet.

Im Fokus stand die Umsetzung des neuen Bundesteilhabegesetzes im Main-Tauber-Kreis. Es soll die Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung stärken. Hierzu schafft das Landratsamt drei neue Stellen. Aktuell werden 830 Menschen im Rahmen der Eingliederungshilfe unterstützt. „Wir wollen gemeinsam mit den Trägern ab dem Jahr 2020 nach und nach weitere Möglichkeiten der Teilhabe anbieten“, sagte Landrat Frank. Hierzu wurde eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, zudem laufen Neubauprojekte der Johannis-Diakonie und des Caritasverbandes im Tauberkreis für Werkstätten und Wohnheime. Geschäftsführer Pempe berichtete von einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit aller Beteiligten für die Umsetzung auf örtlicher Ebene. Eine Chance auf einen großen Schritt für die Betroffenen und für einheitliche Standards sah Vorstandvorsitzender Kaufmann.

Landrat und Sozialdezernentin berichteten, dass der Main-Tauber-Kreis begonnen hat, eine neue Seniorenplanung zu erstellen. Damit soll die Basis geschaffen werden, um die Versorgungs- und Infrastruktur für Senioren bedarfsorientiert weiterzuentwickeln. Nach aktuellen Berechnungen könnte der Main-Tauber-Kreis ab dem Jahr 2030 der Landkreis mit dem größten Anteil an Hochbetagten über 80 Jahren in Baden-Württemberg sein. Es bestand Einigkeit, dass künftig noch mehr Einrichtungen für eine Tages- und Kurzzeitpflege notwendig sind. Von den aktuell rund 1600 Pflegeheimplätzen im Kreis werden aufgrund der neuen Heimbauverordnung viele wegfallen und müssen ersetzt werden. Landrat Frank stellte fest, dass dies auf die Kosten der Unterbringung durchschlägt. Vorständin Armbruster ergänzte, dass die Menschen aber auch nach qualitativen Angeboten in ihrem Wohnumfeld suchen. Sozialdezernentin Krug berichtete von einer differenzierten Angebotsstruktur von niedrigeschwelligen Betreuungsangeboten über Tagespflege bis zu neuen Wohnformen wie dem WohnenPLUS-Konzept in Weikersheim in Trägerschaft der Evangelischen Heimstiftung.

Zur Förderinitiative des Kreises zur Einrichtung von Familienzentren in den Städten und Gemeinden konnten Landrat und Sozialdezernentin von einer erfreulichen Entwicklung berichten. Innerhalb eines Jahres sind sieben neue Einrichtungen entstanden. Nachdem bereits Angebote bestanden, verfügen nun zwei Drittel der Städte und Gemeinden über ein Familienzentrum. Wichtig sei dem Kreis die hauptamtliche Begleitung jeder Einrichtung als eines der Qualitätskriterien. Diese Aufgabe hätten vielfach Caritas oder Diakonie übernommen.

Ebenfalls Thema war die Unterbringung und soziale Betreuung geflüchteter Menschen. Die Kreisverwaltung hatte auch im Zuge des großen Flüchtlingsstromes ab 2015 alle Unterkünfte selbst betreut, zumal hierbei eine lange Tradition und Erfahrung besteht. Caritas und Diakonie bringen sich mit der Ökumenischen Fachstelle für Flüchtlingshilfe im Main-Tauber-Kreis ein. Vorrangige Aufgabe ist es, die Arbeit der ehrenamtlichen Flüchtlingsbetreuer zu unterstützen. Das Diakonische Werk bot an, sich auch stärker, also in der direkten Flüchtlingsbetreuung, einzubringen. Die landeskirchliche Unterstützung ist bis 2020 sichergestellt.

Thematisiert wurde auch der mangelnde Wohnraum für sozial Schwächere. „Die Prosperität des Kreises entscheidet sich auch daran, dass die Menschen gerne hier wohnen bleiben“, sagte der Landrat.

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