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15.03.2019

Neue Chance für die Organspende

„Organe spenden = Überleben schenken!“ lautete der Titel der Informationsveranstaltung im Kursaal Bad Mergentheim. „Ein Thema das uns alle angeht, denn jeder von uns kann in die Situation kommen, auf ein Spenderorgan angewiesen zu sein“, betont Landrat Frank in seinen Begrüßungsworten. Die Kommunale Gesundheitskonferenz Main-Tauber-Kreis hat die Veranstaltung organisiert, um Bürgerinnen und Bürger umfassend zu informieren.

Der historische Tiefstand aus dem Jahr 2017, in welchem rund 800 Organtransplantationen stattgefunden haben, gleichzeitig aber 10.000 Menschen auf ein passendes Organ gewartet haben, ist auf ein Zusammenspiel unterschiedlicher Faktoren zurückzuführen, erklärt Dr. Christina Schleicher, geschäftsführende Ärztin der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) Baden-Württemberg den interessierten Gästen im Kursaal.

Eine Befragung der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung hat ergeben, dass knapp 70 Prozent der Deutschen grundsätzlich damit einverstanden sind, dass man ihnen nach ihrem Tod Organe und Gewebe entnimmt. Warum werden dann so wenige Organtransplantationen durchgeführt? „Organspende ist die wichtigste und humanste Aufgabe, die wir als Menschen leisten können“, erklärte Landrat Frank. Zum einen trägt nur jeder dritte Deutsche einen Organspendeausweis. Zum anderen hat die Politik lange Zeit versäumt, die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, die dringend benötigt werden. Mit dem neuen Transplantationsgesetz, welches kürzlich verabschiedet wurde, ist ein wichtiger Schritt gegangen worden für mehr Sicherheit und Qualität. Auch der Ärzte- beziehungsweise Pflegekräftemangel stellen in diesem Zusammenhang eine weitere Herausforderung dar.

Dr. Wilhelm Freiherrvon Lamezan, Ärztlicher Direktor der Rotkreuzklinik Wertheim berichtet, dass er in seiner Funktion als Transplantationsbeauftragter immer wieder erlebt, dass die Angehörigen sich nicht sicher sind, wie der Wunsch des Verstorbenen ist. Deshalb lautet sein Appell: Bitte treffen Sie eine Entscheidung, ob Sie Organspender sein wollen oder nicht, dokumentieren Sie diese im Organspendeausweis und sprechen Sie mit Ihren Angehörigen darüber. Seine anschauliche Erklärung zum Ablauf einer Organspende klärte zudem viele offene Fragen.

Dr. Jochen Selbach, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Bad Mergentheim und Chefarzt der Nephrologie im Caritas Krankenhaus Bad Mergentheim, zeigte unverblümt die Licht- und Schattenseiten einer Organtransplantation. Es muss klar sein, dass Betroffene nach der Transplantation weiter kämpfen müssen. Dass sich dieser Kampf lohnt, zeigen seine anschaulichen Bespiele aus der Praxis. Sein Botschaft lautet: Jede Organspende rettet Leben.

Anschließend berichtete Rudi Wartha alias „Panik Pate“, offizielles Udo Lindenberg Double und Nierentransplantierter, von seinen persönlichen Erfahrungen. Sein starker Lebenswillen und sein Einsatz für das Thema Organspende verdienen höchste Anerkennung.

In die Veranstaltung eingebunden war auch Heinz-Joachim Kuper, Vorsitzender des Vereins für Gesundheitsbildung "Bad Mergentheimer Modell“. Er organisierte kostenlose Getränke für die Gäste der Veranstaltung. Auch das Bündnis Organspende Baden-Württemberg war mit einem Informationsstand vertreten, an welchem sich die Gäste anhand von Flyern und Broschüren informieren konnten.

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