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16.10.2020

Kreismedienzentrum: Neue Angebote für guten Fernunterricht in der Pandemie

Angesichts steigender Infektionszahlen und zunehmender Schließungen einzelner Klassen oder vereinzelt auch ganzer Schulen hat das Team im Kreismedienzentrum Distelhausen in den vergangenen Tagen intensiv daran gearbeitet, die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten für Schulen, Lehrer und Schüler auszuweiten. Sie werden durch kurzfristige Sprechstunden, Webinare, Basiskurse und Erklärvideos ergänzt.

Im eigens eingerichteten Videostudio arbeiten Ulf Neumann, Leiter des Kreismedienzentrums, und Tobias Endres, Medienpädagogischer Berater des Landesmedienzentrums (LMZ), mit Hochdruck an der Erstellung von Erklärvideos zum Einsatz und Einrichten der Lernplattform Moodle. Nicht nur für die Durchführung von Videokonferenzen mit BigBlueButton sondern generell für die Durchführung und Organisation von Unterricht – gerade in Zeiten des Fernlernens – sei ein LernManagementSystem (LMS) wie Moodle sehr hilfreich, erläutern die beiden Medienpädagogen. Ob es um die Bereitstellung von Arbeitsmaterialien, Filmen oder Links geht oder sogar um die Durchführung von Befragungen und die Einreichung der erledigten Aufgaben: Moodle sei in jedem Fall, selbst für Grundschulen, eine sinnvolle Unterstützung.

„Wir hoffen, dass unsere kleinen und persönlichen Videos Lust machen, sich mit Moodle auseinanderzusetzen. Wir wollen zeigen, dass die Arbeit mit der Plattform tatsächlich auch vergnüglich sein kann“, fasst Ulf Neumann das gemeinsame Ziel zusammen.

Medienpädagogischer Berater Tobias Endres hat in den zurückliegenden Monaten zahlreiche Schulen bei der Einrichtung ihres Moodles begleitet. Aus seiner Erfahrung mit Moodle berichtet er: „Der erste Blick auf die Plattform erscheint zunächst wenig attraktiv, aber mit ein paar Handgriffen und Einstellungen an der richtigen Stelle lässt sich aus der Vorlage eine bunte und vielseitige Plattform bauen.“ An seiner Schule, dem Matthias-Grünewald-Gymnasium Tauberbischofsheim, ist aus dem schuleigenen Moodle inzwischen eine vollumfängliche Website mit internen und externen Inhalten, virtuellen Klassenzimmern, Vertiefungs- und Mentorenräumen sowie Bereichen für Eltern entstanden.

„Es sind eigentlich nur ein paar Einstellungen nötig. Wir wollen zeigen, wie einfach das klappt, und die Kollegen ermutigen, gemeinsam mit uns ihr Moodle schöner zu machen“, erläutert Endres.

Die Filme sowie ein Padlet mit weiteren Anleitungen zu Moodle sind über die Website des Kreismedienzentrums abrufbar. Außerdem bietet das Medienzentrum so genannte „Last-Minute-Online-Sprechstunden“ am Dienstag, 20. Oktober, und am Donnerstag, 22. Oktober, jeweils um 15 Uhr an. Der Link findet sich auf der Homepage.

Fernunterricht erfordert neben einer Plattform auch die Möglichkeit, sich über Videokonferenzen mit den Schülern zusammenzuschalten. Das Kreismedienzentrum hat den Schulen im Kreis hierfür bereits während des Lockdowns im Frühjahr ein eigenes Videokonferenzsystem (Jitsi Meet) zur Verfügung gestellt. Auch über Moodle sind mit dem System BigBlueButton Konferenzen direkt aus dem Moodle-Kursraum möglich.

Über dieses System ist auch das rechtssichere Übertragen von Unterricht aus dem Klassenzimmer sowie das Zuschalten von Lehrern, die sich in Quarantäne befinden, in den Klassenraum möglich. „Diese Möglichkeiten wurden am Matthias-Grünewald-Gymnasium in den vergangenen Tagen von dem Administrator der Schule, Studiendirektor Sebastian Link, im Rahmen eines Testlaufs erprobt. Das System hat diesen Test erfolgreich bestanden, und der zuständige Datenschutzbeauftragte bezeichnet es als ‚vorbildlich‘. Wir können es damit in den laufenden Betrieb überführen“, sagt Endres und freut sich hierüber.

Das Medienzentrum bietet den Lehrerinnen und Lehrern in den kommenden Wochen Basiskurse zum Thema Videokonferenzen. In diesen Basiskursen werden in Baden-Württemberg zugelassene Videokonferenzlösungen exemplarisch vorgestellt und erprobt. Dazu werden wertvolle Hinweise zum Führen einer solchen Konferenz mit Kindern gegeben. „Wir sind froh, dass wir auf Grund der großen Nachfrage mit den Referenten zusätzliche Termine im November vereinbaren konnten“, erklärt Ulf Neumann. Eine zeitnahe Anmeldung über die Website des Medienzentrums ist erforderlich. Die Termine sind am Dienstag, 20. Oktober, Mittwoch, 11. November, Mittwoch, 18. November, und Dienstag, 8. Dezember, jeweils um 14.30 Uhr.

Neben diesen pädagogischen Angeboten unterstützt und begleitet das Medienzentrum die Schulen und Schulträger auch bei der Anschaffung, Verwaltung und Einrichtung von digitalen Geräten im Rahmen des Soforthilfeprogramms von Bund und Land, im Zuge dessen 1,4 Millionen Euro an die Schulträger im Kreis ausgezahlt wurden.

Zu lösen ist nicht nur die Aufgabe, mobile Endgeräte für den Verleih an Schüler zur Sicherstellung des Fernunterrichts zu beschaffen, sondern auch, diese Geräte in Betrieb zu nehmen und mit den Grundprogrammen auszustatten bzw. diese in die jeweilige Infrastruktur der Schule einzupflegen. Das Kreismedienzentrum bietet den Schulen, die das nicht selbst organisieren wollen, die Aufnahme in das Management System des Medienzentrums, inklusive Beratung und Schulung einer schulischen Administratorin.

Diese und alle weiteren Angebote, die in den vergangenen Monaten entstanden sind und ausgeweitet wurden, wie zum Beispiel ein eigenes Tool zum kollaborativen Erstellen von Texten und mehr als 10.000 Unterrichtsmedien finden Lehrerinnen und Lehrer aus dem Main-Tauber-Kreis auf der Website des KMZ unter www.kmz-tbb.de.

„Wir sind überzeugt, dass es uns mit dieser Erweiterung unseres Angebots gelingen kann, die Schulen im Kreis in ihrem Engagement für die Kinder auch in Zeiten weiterer Schulschließungen noch besser zu unterstützen“, fasst Ulf Neumann das Bestreben zusammen.

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