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10.08.2018

Berufliche Schulen rüsten sich für Wirtschaft 4.0

Wirtschaft 4.0 ist die neue Herausforderung für Unternehmen und Arbeitnehmer. Besonders deutlich wird dies im Rahmen der dualen Ausbildung, die sich auf diese neue Produktionsform vorbereiten muss. Die Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis haben hierbei eine bedeutende Rolle inne. Der Schulträger Main-Tauber-Kreis verfolgt deshalb bei den für 4.0 notwendigen Investitionen einen ganzheitlichen Ansatz.

Die Beruflichen Schulen im Main-Tauber-Kreis mit ihren Standorten in Bad Mergentheim, Tauberbischofsheim und Wertheim sind Garanten für den Nachwuchs in den produzierenden Unternehmen, für die Handwerksbetriebe und Dienstleister. Die Veränderungen in der Produktion durch die Digitalisierung werden unter dem Oberbegriff „Wirtschaft 4.0“ zusammengefasst.

Hierunter versteht man die Produktion von individuellen Produkten in Serie. Transparent kann dies am Beispiel eines Schrankkaufs dargestellt werden. Der Kunde kann den ausgewählten Schrank individuell gestalten. „Bunte Griffe, eine unterschiedliche Anordnung von Schubladen, verschiedene Fächer etc. sind möglich, und die individuellen Wünsche werden trotz des in Serie produzierten Schrankes berücksichtigt“, sagt Dezernent Jochen Müssig vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis.

Nachwuchskräfte müssen diese veränderten Produktionsweisen, die auch das Handwerk und die Dienstleister betreffen, erlernen. Neben der Praxis ist vor allem auch das theoretische Wissen notwendig. Es geht um die EDV-gestützte Steuerung und das Zusammenführen der einzelnen Produktionsvorgänge zu einem Ganzen. „Im Beruflichen Schulzentrum in Bestenheid ist bereits der erste Schritt mit der dort eingerichteten Produktionsstraße System 4.0 erfolgt“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Die dort installierte Anlage wird von Schulleiter Manfred Breuer und den Lehrkräften Jörg Schwab und Christopher Gebert engagiert betreut und im Rahmen des Unterrichts den kommenden Nachwuchskräften nähergebracht.

Diese Produktionsstraße ist auf Lern- und Schulgröße ausgelegt. Der Maßstab entspricht also nicht den in Unternehmen vorhandenen Maschinen, sondern ist entsprechend kleiner. „Dies verringert die Anschaffungskosten, ohne den Lernerfolg zu gefährden“, erläutert Dezernent Müssig weiter. Solche Produktionsstraßen, die einzelne Wünsche der Kunden an einem Produkt berücksichtigen, soll auch in den Gewerblichen Schulen in Bad Mergentheim und Tauberbischofsheim installiert werden.

Im zweiten Schritt werden ergänzend einzelne Module der Produktionsstraße angeschafft, um in Schülerkleingruppen die einzelnen Produktionsabschnitte zu üben und zu erlernen. Insgesamt ist dies eine beachtliche Herausforderung für den Schulträger Main-Tauber-Kreis. „Ich freue mich deshalb, dass voraussichtlich eine Unterstützung durch das Land Baden-Württemberg möglich ist“, erklärt Landrat Frank. Das Wirtschaftsministerium hat die nächste Runde der Digitalisierungsoffensive gestartet. Dies sieht gerade die Unterstützung von Investitionen in den Beruflichen Schulen zur Herausforderung Wirtschaft 4.0 vor. Im Main-Tauber-Kreis werden rund 750.000 bis 800.000 Euro benötigt, bis die Produktionsstraßen und die einzelnen Lernmodule angeschafft sind. „Es bestehen dann richtige Lernlabore, in denen die digitalisierten Produktionsprozesse anschaulich vermittelt werden“, sagt Landrat Frank.

Damit die Förderung des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg greifen kann, ist der Schulterschluss zur heimischen Industrie und Handwerk erforderlich. Die Förderrichtlinien sehen vor, dass 10 Prozent der Investitionskosten durch die heimische Wirtschaft geschultert werden. Der Schulträger Main-Tauber-Kreis nimmt deshalb in diesen Tagen zu Unternehmen Kontakt auf und bittet um Unterstützung. „Durch diesen Schulterschluss zwischen Schule, Unternehmen und Schulträger Main-Tauber-Kreis muss es uns gelingen, die Beruflichen Schulen auf die durch die Digitalisierung geprägte Zukunft auszurichten“, gibt Landrat Reinhard Frank das Ziel vor. Der verbleibende Finanzierungsanteil des Main-Tauber-Kreises muss über den Haushalt finanziert werden. Das gesamte Vorgehen wird deshalb auch in den kommenden Haushaltsberatungen im Kreistag erörtert.

Sobald die technische Investition in den Gewerblichen Schulen abgeschlossen ist, erfolgt auch die schulartübergreifende Vernetzung. Denn auch in den Kaufmännischen Schulen werden die Lehrinhalte auf Wirtschaft 4.0 ausgerichtet werden. Die Schulleiter werden sich dann entsprechend abstimmen und passende Unterrichtsforen kreieren. „Dies ist bereits im Schulleiter-Jourfixe unter Leitung der Landkreisverwaltung abgestimmt“, bestätigt Dezernent Müssig.

Unternehmen und Handwerker, die sich über die Investition und Vorgehensweise an den Beruflichen Schulen informieren möchten – eventuell auch unterstützend den vorgesehenen Schulterschluss begleiten – wenden sich bitte an das Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Dezernat Kreisentwicklung und Bildung – Amt für Schulen – Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Tel 09341/82-5810, E-Mail julia.michel@main-tauber-kreis.de.

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