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09.07.2018

Über den richtigen Umgang mit dem Bioabfall

Die Belegschaft des Abfallwirtschaftsbetriebes Main-Tauber (AWMT) besuchte kürzlich das Kompostwerk in Würzburg, um einen Einblick in die Arbeitsabläufe des Entsorgungspartners des Main-Tauber-Kreises und dessen Bioabfälleverwertung zu bekommen. Die Mitarbeiter des AWMT erhielten von Monika Stöber und dem technischen Leiter des Kompostwerkes, Karl Dormann, die Anlage und deren Betriebsabläufe erklärt. Dormann berichtete anfangs über die Historie und die Umstände der Errichtung des Kompostwerkes und ging auch näher auf Daten und Fakten des Werkes ein.

Im Anschluss wurden die einzelnen Arbeitsabläufe Schritt für Schritt erklärt und auch die technischen Einrichtungen und Möglichkeiten des Kompostwerks wurden gezeigt.

Bei der Besichtigung der verschiedenen Trenneinrichtungen und Abscheideranlagen, welche der Bioabfall nach Anlieferung und vor der Verarbeitung passieren muss, erwähnte Dormann einige, die Qualität des Bioabfalls des Main-Tauber-Kreises betreffende, Stichpunkte: Derzeit gibt es ein erhöhtes Aufkommen von Papier in der Biotonne, als Alternative für die nicht erlaubten Kunststoff- und „kompostierbaren“-Biomüllbeutel.

Karl Dormann wies noch einmal auf die Verfahrensweisen der Anlage hin und dass besagte Beutel, aufgrund Ihres geringeren Verrottungsgrades, als Störstoff aussortiert werden müssen. Dies führt im Nachgang zu erheblichen Mehrkosten. Zudem finden sich unter Umständen Kunststoffpartikel, welche nicht verrotten und technisch nicht aussortiert werden können, im Nachgang im Kompostmaterial wieder. Die Qualität des Endproduktes wird dadurch wesentlich geschmälert.

Viele Bürger des Main-Tauber-Kreises haben das bereits verinnerlicht und verwenden zum Einschlagen ihres Bioabfalls Papier, beispielsweise Zeitungspapier oder Bäckertüten. Das ist soweit absolut korrekt. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass keine Papiertüten mit „Sichtfenstern“ aus Zellophan verwendet werden, da es sich bei Zellophan ebenfalls um einen Kunststoff handelt, welcher von der Entsorgung über die Biotonne ausgeschlossen ist. Am Abholungstag führt eine falsche Befüllung der Tonne unter Umständen zu einer Reklamation mit anschließender Zurückweisung der Leerung.

Bei der Verwendung der Bäckertüten sollte beachtet werden, dass diese nicht fest verschlossen werden, zum Beispiel mit Klebeband. Diese gefüllten und gebündelten Tüten werden durch die Abscheideranlagen der Kompostanlage als Fehlwurf bewertet und ausgeschleust. Somit gehen jedes Mal Wertstoffe verloren. Das gleiche gilt für dick in Papier eingeschlagene Bioabfälle. Daher sollte auf eine maßvolle Benutzung von Papier als Umverpackung für Bioabfälle geachtet werden. Ebenso sollte auf Kartonage und andere Sorten von Papier, wie zum Beispiel Illustrierte, verzichtet werden. Eine Verwendung von Bioabfalltüten aus Papier ist hingegen bedenkenlos.

Dies wird, von vielen Bürgern im Main-Tauber-Kreis bereits erfolgreich umgesetzt, was sich auch positiv auf die Fehlwurfquoten des Bioabfalls auswirkt. Dieser Trend wird auch durch den Einsatz des „Mülldetektors“, welcher seit Anfang April zum Einsatz kommt, gestützt. In zahlreichen Fällen hat sich dieser als zuverlässig erwiesen, wurden so bereits häufig Fehlwürfe in den Tonnen erfasst. Die verteilte „Rote Karte“ dient mehr als Hinweis und Hilfe bei der Sortierung, denn als öffentlicher Pranger als „Müllsünder“.

Folgende Stoffe sind für die Entsorgung über die Biotonne vorgesehen: Baum-, Strauch- und Heckenschnitt, Rasenschnitt, Obst-, Salat- und Gemüseabfälle, Schnittreste von Blumen und Pflanzen, Schalen von Kartoffeln, Eiern, Nüssen und Früchten, in Papier eingewickelte Speisereste. Ausnahmen bei den Speiseresten sind Fleisch- und Fischreste, sowie Knochen und Fischgräten. Diese sind ausnahmslos über die Restmülltonne zu entsorgen und nicht, wie häufig angenommen, über die Biotonne.

Eine ebenso oft gestellte Frage in der warmen Jahreszeit, ist die Frage nach der richtigen Behandlung der Biotonne gegen Geruch und Madenbildung. Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten der Vorbeugung.

Um die Ablage der Fliegeneier schon vorab zu unterbinden, ist es sinnvoll, Bioabfälle mit hohem Wasseranteil, wie Küchenabfälle, in Zeitungspapier zu wickeln und die Tonne nach der Leerung bereits mit zerknülltem Zeitungspapier oder Eierkartons auszukleiden. Hier sollte von der Verwendung von Illustrierten und Kartons abgesehen werden. Durch die aufgenommene Feuchtigkeit wird die Geruchsentwicklung vermindert und den Fliegenlarven die Lebensgrundlage beeinträchtigt. Wenn möglich, sollte die Tonne, mit geschlossenem Deckel, an einem schattigen Platz abgestellt werden. Um die Ablage der Eier auf dem Deckel zu vermeiden, sollte dieser stets sauber gehalten werden. Sollten trotz der getroffenen Vorbeugemaßnahmen Maden in der Tonne auftreten, gibt es die Möglichkeit der Zugabe von Salz oder Gesteinsmehl in die Biotonne. Beide Stoffe binden Wasser und entziehen den Maden die lebensnotwendige Feuchtigkeit. Vom Einsatz chemischer Hilfsmittel, wie zum Beispiel Desinfektionsmittel oder Insektizide, wird unbedingt abgeraten.

Unterstützend stehen auf der Homepage des Abfallwirtschaftsbetriebes auch Hinweisblätter zum Thema „Mülltrennung“ als Download bereit. Der Abfallkalender in Papierform kann unterstützend zu Rate gezogen werden.

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