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30.07.2014

Wenn Azubis und Mitarbeiter psychische Probleme haben

Wohin können Arbeitgeber sich wenden, wenn Auszubildende und Mitarbeiter psychische Probleme am Arbeitsplatz haben? Darüber informiert ein neues Faltblatt, welches der Arbeitskreis Jugendberufshilfe und das Landratsamt Main-Tauber-Kreis jetzt gemeinsam herausgeben haben.

Gesichtsausruck ein depressiven jungen Frau © Copyright: Rob Stark
Gesichtsausruck ein depressiven jungen Frau © Copyright: Rob Stark

„Die Zunahme von psychischen Erkrankungen wird seit einiger Zeit offen diskutiert. Die Statistiken der Krankenkassen zeigen auch schwarz auf weiß, dass psychische Erkrankungen immer häufiger Ursache für Fehlzeiten von Beschäftigten in den Betrieben sind“, berichtet Sozialdezernentin Elisabeth Krug vom Landratsamt Main-Tauber-Kreis. Besonders besorgniserregend sei diese Entwicklung bei jungen Menschen, die erst am Beginn ihrer beruflichen Entwicklung stehen: „Es drohen ein Motivations- und Leistungseinbruch bis hin zum Ausbildungsabbruch und dem Verlust einer positiven Lebens- und Berufsperspektive“, beschreibt Elisabeth Krug. Daher sei es wichtig und richtig, dass der Arbeitskreis Jugendberufshilfe die Herausgabe des Faltblatts initiiert hat. „Nun können sich Arbeitgeber ganz gezielt informieren, an welche Stellen sie sich wenden können, um ihren Mitarbeitern zu helfen, wenn diese psychisch erkrankt sind. Von professioneller Unterstützung durch die zuständige Stellen profitieren letztlich nicht nur die erkrankten Mitarbeiter, sondern auch die Unternehmen, die nach einer Genesung wieder auf die volle Arbeitskraft ihrer bewährten Mitarbeiter setzen können.“

„Viele Arbeitgeber sehen sich hier in der Verantwortung gegenüber ihren Auszubildenden und Mitarbeitenden. Gleichzeitig besteht ein großer Bedarf an Information und Unterstützung durch regionale Fachstellen“, berichtet Peter Fischer-Rapp vom Arbeitskreis Jugendberufshilfe. Das neue Faltblatt soll Arbeitgebern und betrieblich Verantwortlichen bei der Suche nach Unterstützung Hilfestellung geben. Sie finden hier die wichtigsten Ansprechpartner im Main-Tauber-Kreis, an die sie sich im Falle von Krisensituationen bei Auszubildenden und Mitarbeitenden wenden können.

Dazu gehören

  • die psychologischen Beratungsstellen des Caritasverbandes im Tauberkreis in Tauberbischofsheim und Wertheim sowie des evangelischen Kirchenbezirks Weikersheim in Bad Mergentheim,
  • die psychiatrische Institutsambulanz und Tagesklinik für Kinder und Jugendliche der Johannes-Diakonie Mosbach in Tauberbischofsheim sowie die psychiatrische Institutsambulanz am Krankenhaus Tauberbischofsheim
  • die Suchtberatung der agj in Tauberbischofsheim und die Beratungsstelle für Suchtfragen des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis
  • sowie im Landratsamt Main-Tauber-Kreis das Jugendamt in Sachen Eingliederungshilfe für seelisch Behinderte und Hilfen nach dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (Zielgruppe: null bis 21 Jahre) und der Sozialpsychiatrische Dienst als zentrale Anlaufstelle zu allen Angeboten im Main-Tauber-Kreis und für die Beratung und Begleitung von psychisch kranken Menschen im Main-Tauber-Kreis (Zielgruppe: Erwachsene).

Die Idee, ein solches Faltblatt herauszugeben, ist am 24. April 2013 bei einem Fachtag zur Situation Jugendlicher und junger Erwachsener mit psychischen Auffälligkeiten im Main-Tauber-Kreis entstanden. Der Arbeitskreis Jugendberufshilfe hatte den Fachtag initiiert und gemeinsam mit dem Landratsamt Main-Tauber-Kreis organisiert. Die Veranstaltung fand in den Räumen des Landratsamtes statt.

Im Arbeitskreis Jugendberufshilfe treffen sich verschiedene Akteure aus dem Bereich der Jugendberufshilfe wie zum Beispiel Jugendberufshelfer, Mitarbeitende aus berufsbildenden bzw. berufsvorbereitenden Maßnahmen, Mitarbeitende aus der Schulsozialarbeit sowie Mitarbeitende freier Träger von Beratungs- und Unterstützungsangeboten. „Ziel des Arbeitskreises Jugendberufshilfe ist es, die Angebote der Jugendberufshilfe auf operationaler Ebene zu vernetzen und einen Informationsaustausch zu schaffen“, sagt Peter Fischer-Rapp. Im Rahmen dieses Informationsaustausches sei deutlich geworden, dass immer mehr der betreuten jungen Menschen psychische Probleme haben und intensiver professioneller Unterstützung bedürfen.

„Auffälligkeiten, die uns begegnen, sind unter anderem depressive Verstimmungen, Ess-Störungen, Konzentrationsprobleme, selbstverletzendes Verhalten und ein hohes Aggressionspotential“, berichtet Peter Fischer-Rapp. Die Zunahme psychischer Auffälligkeiten werde seit einiger Zeit auch von anderen Fachstellen sowie von Schulen und Betrieben beobachtet und in den Medien auch offen diskutiert. Der Fachtag im April 2013 hatte das Ziel, die Akteure verschiedenster Professionen zusammenzubringen, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit psychischen Auffälligkeiten arbeiten. Die Akteure sollten sich mit der spezifischen Situation und Problematik der betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen auseinander setzen und die Frage: „Wie reagieren wir in der Beratung und Unterstützung dieser jungen Menschen sowie im beruflichen Kontext – in Ausbildung und Arbeit?“ diskutieren.

Die Inhalte des neuen Faltblatts hat der Arbeitskreis Jugendberufshilfe zusammengetragen; die grafische Gestaltung hat das Landratsamt übernommen. Das Faltblatt soll jetzt bei Rathäusern und Bürgerbüros, bei der Agentur für Arbeit, den Berufsschulen, den Gewerkschaften, den gewerblichen Kammern und weiteren Stellen ausgelegt sowie auch über das Netzwerk des Arbeitskreises Jugendberufshilfe Main-Tauber-Kreis verteilt werden und kann als PDF hier heruntergeladen werden. Gedruckte Exemplare können auch bei der Anlaufstelle Startklar! unter der Telefonnummer 09341 / 92 80 21 angefordert werden.

 

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