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21.03.2014

Netzwerk zur Bekämpfung von Multiresistenten Erregern (MRE) gegründet

Im Main-Tauber-Kreis soll ein Netzwerk zur Bekämpfung von Multiresistenten Erregern (MRE) aufgebaut werden. Hierzu fand am Mittwoch eine Auftaktveranstaltung im Landratsamt in Tauberbischofsheim statt, zu der das Kreis-Gesundheitsamt Vertreter aller ambulanten und stationären Einrichtungen des Gesundheitswesens und der Kreisärzteschaft eingeladen hatte.

Hygiene hat oberste Priorität im Krankenhaus © Dieter Schütz, Pixelio.de
Hygiene hat oberste Priorität im Krankenhaus © Dieter Schütz, Pixelio.de
Das Netzwerk zielt darauf ab, die Weiterverbreitung multiresistenter Erreger zu bekämpfen. Die Zielgruppe für das Netzwerk sind alle Akteure im Gesundheitswesen sowie weitere interessierte Einrichtungen und Personen. Multiresistente Erreger (MRE) sind Bakterien, die durch ihre Antibiotika-Resistenzen die Therapie von Patienten erschweren. Sie stellen ein gravierendes Problem in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie der Alten- und Langzeitpflege dar. Der bekannteste Vertreter ist der Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA). Aber auch weitere multiresistente Keime wie Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) sowie multiresistente gramnegative Stäbchenbakterien (3-MRGN, 4-MRGN) gewinnen zunehmend an Bedeutung. 

„Vor diesem Hintergrund sind gezielte Präventionsmaßnahmen insbesondere an den Schnittstellen von stationärer und ambulanter Versorgung unabdingbar. Sie leisten einen wesentlichen Beitrag zur Patientensicherheit und der öffentlichen Gesundheit. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass die Versorgung von Patienten mit Nachweis von multiresistenten Erregern nicht nur die Kliniken betrifft, sondern alle Einrichtungen des Gesundheitswesens. Aus diesen Gründen ist eine gemeinsame Strategie zur Prävention der Weiterverbreitung multiresistenter Erreger notwendig“, sagt der kommissarische Leiter des Gesundheitsamtes, Dr. Heiner Thierolf.

Bei der Auftaktveranstaltung im Landratsamt bezeichneten die Teilnehmer gezielte Präventionsmaßnahmen an den Schnittstellen der Versorgung als unabdingbar. Nach Vorträgen zu dem Thema wurde ein regionales Netzwerk zur Bekämpfung von MRE gegründet.

Als erster Schritt wurde die flächendeckende Einführung eines Formulars beschlossen, das immer dann zum Einsatz kommen soll, wenn ein von MRE betroffener Patient von einer Einrichtung des Gesundheitswesens in eine andere verlegt wird, beispielsweise von einem Krankenhaus in ein Pflegeheim. In dem Formular wird geklärt, welcher multiresistente Erreger bei dem Patienten vorliegt, wie der Erreger nachgewiesen und wie er behandelt wurde.

Dieses Formular, der sogenannte MRE-Überleitbogen, wurde vom MRE-Netzwerk Baden-Württemberg datenrechtrechtlich geprüft und darf nun an alle Beteiligten offen weitergegeben werden. Von allen Teilnehmern wurde der Überleitbogen als wesentlicher Beitrag zur Patientensicherheit und öffentlichen Gesundheit gesehen.

Bei künftigen Veranstaltungen des Netzwerks soll die gemeinsame Strategie, mit welcher der weiteren Ausbreitung von MRE vorgebeugt werden soll, weiter verfolgt werden. Ebenso ist geplant, bei diesen Veranstaltungen jeweils die aktuellen Resistenzlage in der Region zu besprechen. Daher wurde von den Teilnehmern vereinbart, sich in Zukunft zweimal im Jahr zu treffen. Die Auftaktveranstaltung wurde von allen Teilnehmern als sehr gelungen bewertet.

 

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