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16.04.2014

Europäische Impfwoche vom 21. bis 26. April

Anlässlich der Europäischen Impfwoche vom 21. bis 26. April empfehlen die Gesundheitsämter den eigenen Impfschutz zu überprüfen.
Die Gesundheitsämter weisen auf die Europäische Impfwoche hin
Die Gesundheitsämter weisen auf die Europäische Impfwoche hin

Unter dem Motto „Vorbeugen, schützen, impfen“ wird europaweit die zentrale Botschaft vermittelt, dass die Impfung eines jeden Menschen entscheidend für die Verhütung von Infektionskrankheiten und dem Schutz von Menschenleben ist. Im Main-Tauber-Kreis ist vor allem bei den Krankheiten Masern und Polio nicht der erforderliche Impfschutz von mindestens 95 Prozent vorhanden.

Deshalb bietet das Gesundheitsamt in Tauberbischofsheim am Donnerstag, 24. April, von 9 bis 12 Uhr eine Telefonsprechstunde zu Impffragen unter den Telefonnummern 09341/82-5585 und 09341/82-5575 an.

In dieser Zeit können Interessierte ihre Impfbücher auch persönlich im Gesundheitsamt Tauberbischofsheim, Albert-Schweitzer-Str. 31, zur Überprüfung vorlegen und eine entsprechende Beratung erhalten.

Entgegen der weitverbreiteten Meinung sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit, sondern eine hochkontagiöse Viruserkrankung, gegen die es nach wie vor keine kausale und dokumentiert wirksame Therapie gibt. Sie führt bei zehn bis 20 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen wie Mittelohrentzündung und Lungenentzündung. Die schwerwiegendste  Komplikation ist eine Gehirnentzündung mit einer Sterberate von 20 bis 30 Prozent. Bei Überlebenden kann es in 20 Prozent der Fälle zu bleibenden Schäden kommen.

Immer noch sind zu viele Kinder nicht gegen Masern geschützt. Viel zu häufig fehlt gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen die zweite Masernimpfung. Die Hälfte aller gemeldeten Fälle betrifft diese Altersgruppe, in der  Erkrankungen  mit einer deutlich erhöhten Komplikationsrate einhergehen.

Für eine dauerhafte Ausrottung einheimischer Masern müssen landesweit mehr als 95 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mindestens zwei Masernimpfungen erhalten. In Baden-Württemberg haben 94,89 Prozent der vier- bis fünfjährigen Kinder wenigstens eine und 88,8 Prozent der Kinder zwei oder mehr Masernimpfungen erhalten. Das ergaben statistische Auswertungen der von den Gesundheitsämtern durchgeführten Schuleingangsuntersuchungen in den Jahren 2012 und 2013. Zwischen den einzelnen Gemeinden gibt es jedoch erhebliche Unterschiede.

BZgA fordert auf, den Impfschutz zu überprüfen
BZgA fordert auf, den Impfschutz zu überprüfen

Im Main-Tauber-Kreis lag die Impfquote für die erste Masernimpfung bei 96,4 Prozent.

Nur 91,9 Prozent der Kinder im Einschulungsalter hatten zwei oder mehr Impfungen gegen Masern erhalten. Somit wurde im Main-Tauber-Kreis die erforderliche Impfquote von 95 Prozent der Kinder mit mindestens zwei Masernimpfungen bei den Schulanfängern 2014 nicht erreicht.

Kinder, Jugendliche und alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unvollständigem Impfschutz sollten fehlende Impfungen möglichst bald nachholen.

Die Erreger der Kinderlähmung (Polio) werden durch Viren per Schmierinfektion im direkten Kontakt von Infizierten zu Gesunden übertragen. Die Viren befallen das Nervensystem und verursachen dadurch Lähmungen der Arme, Beine und der Rückenmuskulatur. Die meisten Erkrankten behalten lebenslange Behinderungen zurück. Ist die Atemmuskulatur betroffen, kann die Erkrankung tödlich sein. Auch hier gibt es keine medikamentöse Therapie, nur die vorbeugende Impfung bietet einen sicheren Schutz.

Auch die erwünschte Polio-Durchimpfungsrate von 95 Prozent wurde im Main-Tauber-Kreis nicht vollständig erreicht. Nur 94,7 Prozent der im Jahr 2012/ 2013 untersuchten Kinder waren gegen Polio ausreichend geimpft.

Seit 2002 gilt Europa erfreulicherweise als poliofrei, das heißt, es sind keine Ansteckungen mit dem Erreger der Kinderlähmung in Europa erfolgt. Dennoch kann in Zukunft das Wiederauftreten von Erkrankungen mit Kinderlähmung nicht ausgeschlossen werden. Im ehemals poliofreien Syrien traten in den letzten Monaten vermehrt Krankheitsfälle auf und in Israel konnten seit 2013 Polioviren in zahlreichen Abwasserproben nachgewiesen werden. Reisende können die Viren von dort einschleppen, welche dann auch hierzulande Erkrankungen auslösen könnten.

Bis sichergestellt ist, dass es weltweit keine Poliokranken und auch keine gesunden Ausscheider von Polioviren mehr gibt, muss auf einen ausreichenden Impfschutz in der Bevölkerung von über 95 Prozent geachtet werden.

 

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