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Aktuelles


05.09.2014

Aktionswoche zur Volkskrankheit Diabetes Mellitus

Bei etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland wurde die Krankheit Diabetes mellitus diagnostiziert. Diese hohe Zahl macht Diabetes zur größten Volkskrankheit in Deutschland. Mit einem Anteil von etwa 95 Prozent sind die meisten Menschen an einem Typ-2-Diabetes erkrankt, der häufig im höheren Lebensalter auftritt und mit Übergewicht und mangelnder Bewegung verbunden ist.

Fünf Prozent der Diabeteskranken leiden am insulinpflichtigen Typ-1-Diabetes, der sich vorwiegend im Kindes- und Jugendalter zeigt. Die Dunkelziffer bei Diabetes ist hoch, denn Schätzungen zufolge sind weitere zwei bis fünf Millionen Menschen betroffen, haben aber die Diagnose Diabetes noch nicht erhalten. Dieser unentdeckte Diabetes ist mit einer erhöhten Sterblichkeit verbunden.

„Das Diabetesrisiko zu senken und die Folgeerkrankungen zu minimieren, ist ein wichtiges Ziel des Gesundheitsamtes im Landratsamt Main-Tauber-Kreis“, erklärt Landrat Reinhard Frank. „Diabetes betrifft sehr viele Menschen und kann jeden treffen. Dabei kann man mit einer gesunden Lebensführung viel dazu beitragen, dass man nicht erkrankt oder die Krankheit zumindest milder verläuft. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig über die Erkrankung zu informieren, denn Gesundheit wünschen wir uns alle!“ Um die Bevölkerung über die Krankheit aufzuklären, findet im Main-Tauber-Kreis von Montag, 10., bis Freitag, 14. November, eine Aktionswoche zum Thema Diabetes mit einem Aktionstag und Infoständen am Freitag, 14. November, in der Festhalle in Tauberbischofsheim statt. Dabei können Bürgerinnen und Bürger sich an den Infoständen beraten lassen, sich in Vorträgen über neue Erkenntnisse informieren, das persönliche Risiko, an Diabetes zu erkranken, ermitteln lassen und vieles mehr. Die Einzelheiten werden noch zeitnah mitgeteilt. Das Gesundheitsamt organisiert in Zusammenarbeit mit dem Diabetes-Zentrum Bad Mergentheim und weiteren Institutionen diese Aktionswoche mit Aktionstag.

Der „Deutsche Gesundheitsbericht Diabetes 2014“ weist darauf hin, dass jeden Tag 1000 neue Diabeteserkrankungen diagnostiziert werden. Die Erkrankung an Diabetes bedeutet eine Veränderung des Lebensalltags eines Betroffenen. Jedoch kann jeder Mensch den Krankheitsverlauf zumindest stark verlangsamen, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt wird und die Risikofaktoren minimiert werden.

Beim Typ-1-Diabetes wird das körpereigene Hormon Insulin nicht mehr produziert. Unter dieser Form des Diabetes leiden ca. 300.000 Menschen in Deutschland. Nach einer Hochrechnung sind laut Deutschem Gesundheitsbericht Diabetes 2014 derzeit schätzungsweise auch 30.000 Kinder und Jugendliche betroffen.

Der Typ-2-Diabetes ist durch einen Mangel an produziertem Insulin gekennzeichnet bzw. wirkt das körpereigene Insulin nicht mehr. Dadurch kann der Zucker, der durch die Nahrungsaufnahme ins Blut gelangt, nicht verwendet werden. Der hohe Blutzucker verursacht Schäden im ganzen Körper und greift Nervenzellen und Blutgefäße an. Die Krankheit schreitet beginnend mit einer herabgesetzten Insulinempfindlichkeit hin zu einer herabgesetzten Glukosetoleranz und letztendlich zum Vollbild des Typ 2-Diabetes fort.

Der Typ-2-Diabetes steht – im Gegensatz zum Typ-1-Diabetes – in enger Verbindung zur Lebensweise, besonders zum Ernährungs- und Bewegungsverhalten. Aus diesem Grund gibt es hier große Potenziale der Krankheit vorzubeugen oder – sofern sie bereits aufgetreten ist – den Krankheitsverlauf zum Stillstand zu bringen oder zumindest stark zu verlangsamen. Das Robert-Koch-Institut als Bundesinstitut für Infektionskrankheiten und nicht übertragbare Krankheiten weist darauf hin, dass die Vorbeugung und Behandlung des Diabetes einen umfassenden interdisziplinären Ansatz und die aktive Einbindung der Patientinnen und Patienten erfordern.

Untersuchungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass die Ernährung für Personen mit Diabetes nicht nur ein genussvolles Essen und Trinken ermöglicht, sondern auch als gezielte Maßnahme zur Vorbeugung und Behandlung des Diabetes mellitus und seiner chronischen Komplikationen nutzbar gemacht werden kann.

Gerade zu Beginn der Erkrankung sind es zumeist ungünstige Lebensstilfaktoren, die es zu verändern gilt und die entscheidend das Schicksal des Diabetikers mitbestimmen. Es gilt als erwiesen, dass die Vermeidung von Übergewicht das Risiko der Entwicklung eines Typ-2-Diabetes vermindert. Insbesondere Familien mit entsprechender Veranlagung sollten frühzeitig in Gesundheitsprogramme aufgenommen werden, um das Auftreten von Typ-2-Diabetes bei weiteren Familienmitgliedern wie Geschwistern und Kindern zu vermeiden.

Eine Steigerung der körperlichen Aktivität und eine kalorienbegrenzte Ernährung sind geeignete Maßnahmen, um das Risiko des Fortschreitens einer herabgesetzten Insulinempfindlichkeit zum Vollbild des Typ-2-Diabetes zu vermindern. Zusätzlich weisen epidemiologische Studien darauf hin, dass komplettes Stillen während der ersten Lebensmonate das Risiko der Kinder für die Entstehung eines Typ-1-Diabetes verringern kann, so das Deutsche Diabetes-Forschungsinstitut in Düsseldorf.

Wichtig ist auch, dass die Erkrankung so früh wie möglich erkannt wird. Dafür gibt es im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen den „Check-up 35“, den Menschen ab 35 Jahren alle zwei Jahre kostenlos beim Hausarzt durchführen lassen können. Dabei wird auch das Blut untersucht, unter anderem bezüglich der Blutzuckerwerte. Es besteht aber auch die Möglichkeit sich den Blutzucker in einer Apotheke messen zu lassen.

 

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