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14.04.2015

10. Europäische Impfwoche - Jetzt Masernimpfung nachholen

Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen können zu Masernausbrüchen führen. Dies gilt besonders, weil junge Menschen gerne unterwegs sind und viel reisen. Dadurch haben sie ein besonderes Risiko, sich und andere mit Masern anzustecken. Darauf weist das Gesundheitsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis aus Anlass der Europäischen Impfwoche 2015 hin. Für alle Interessierten wird am Donnerstag, 23. April, von 15 bis 18 Uhr eine Impfsprechstunde im Gesundheitsamt, Albert-Schweizer-Straße 31 in Tauberbischofsheim, angeboten. Dabei werden alle Fragen rund um das Thema Impfungen beantwortet. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Zwar sind die Masernimpfquoten der vier- bis fünfjährigen Kinder in Baden-Württemberg leicht angestiegen. Landesweit haben 95,0 Prozent der vier- bis fünfjährigen Kinder wenigstens eine und 88,9 Prozent der Kinder zwei oder mehr Masernimpfungen erhalten. Das ergab die aktuelle Schuleingangsuntersuchung. Trotzdem bleibt Grund zur Sorge: Insbesondere Jugendliche und junge Erwachsene sind zumeist nicht ausreichend gegen Masern geimpft. Das Gesundheitsamt bittet alle nach 1970 Geborenen, ihren Impfschutz zu überprüfen und sich durch eine Impfung zu schützen.

Im Main-Tauber-Kreis lag die Impfquote für die erste Masernimpfung für Kinder im Einschulungsalter bei 96,8 Prozent. Zwei oder mehr Impfungen gegen Masern erhalten hatten 91,4 Prozent. Im Vergleich zu früheren Jahren ist die Impfquote immerhin deutlich angestiegen: Von den heute 16-Jährigen hatten im Jahr 2005 zum Zeitpunkt ihrer Einschulung nur 71,4 Prozent zwei Masernimpfungen. Bei den heute 22-Jährigen waren es sogar nur 20,4 Prozent mit zwei Masernimpfungen.

Für eine dauerhafte Ausrottung einheimischer Masern müssen landesweit mehr als 95 Prozent der Bevölkerung mindestens zwei Masernimpfungen erhalten. Insbesondere bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollten daher fehlende Impfungen nachgeholt werden, um bestehende Impflücken zu schließen und somit weitere Ausbrüche zu verhindern. Das Gesundheitsamt rät allen Personen deshalb, den eigenen Impfschutz und den ihrer Kinder zu überprüfen und fehlende Impfungen nachzuholen.

Anlässlich der 10. Europäischen Impfwoche vom 20. bis 25. April wird unter dem Motto „Impflücken schließen“ die zentrale Botschaft vermittelt, dass die Impfung eines jeden Menschen entscheidend für die Verhütung von Infektionskrankheiten und den Schutz von Menschenleben ist.

Besonders die Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen steht dieses Jahr im Fokus, denn etwa die Hälfte der in Deutschland gemeldeten Masernfälle betreffen heute Personen über 15 Jahre.

Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Masern keine harmlose Kinderkrankheit. Komplikationen wie Mittelohr-, Lungen- oder Gehirnentzündungen sind möglich. Bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung zumeist schwerer. Jugendliche und Erwachsene mit unvollständigem Impfschutz sollten daher fehlende Impfungen möglichst bald nachholen. Darüber hinaus empfiehlt seit 2010 die Ständige Impfkommission allen nach 1970 geborenen Erwachsenen eine Masernimpfung, wenn noch kein ausreichender Immunschutz vorliegt.

Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern mit den niedrigsten Impfquoten. Zwar sind die Impfquoten bei den Schulanfängern in den vergangenen Jahren gestiegen, dennoch sind weiterhin zu viele Kinder und junge Erwachsene in Baden-Württemberg nicht gegen Krankheiten wie Masern, Röteln oder Kinderlähmung geschützt. Viel zu häufig fehlt auch die zweite Masernimpfung, gerade bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen.

Das einzige Reservoir der Masernviren sind infizierte Menschen. Mit einer ausreichend hohen Impfquote kann das Virus daher eliminiert werden. Für die europäische WHO-Region wird die Elimination der Masern und der Röteln bis Ende 2015 angestrebt. Dieses Ziel wird jedoch angesichts der Anfang 2015 aufgetretenen Masernausbrüche nicht erreicht werden können. Allein in Berlin traten bis Anfang März über 500 Masernfälle auf und bildet damit den größten Masernausbruch seit der Einführung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001. lra

Anlage: Impfkalender für Jugendliche und Erwachsene

 

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