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01.10.2021

Kreisimpfzentrum schließt nach acht Monaten und fast 88.000 Impfungen

Das Kreisimpfzentrum (KIZ) in Bad Mergentheim hat am Donnerstagabend seine Pforten nach gut acht Monaten Sieben-Tage-Betrieb dauerhaft geschlossen. Insgesamt wurden im Impfzentrum selbst und durch seine Mobilen Impfteams seit dem 22. Januar fast 88.000 Impfdosen verabreicht. Es war für bis zu 750 Impfungen am Tag ausgelegt. Diese konnten auf bis zu fünf Impfstraßen mit mehreren Stationen verabreicht werden, von der Registrierung über die ärztliche Aufklärung und die eigentliche Impfung bis hin zur Nachbeobachtung und der Abmeldung.

Erster Landesbeamter Florian Busch dankte bei einem Abschlussbesuch vor Ort allen Beteiligten für die hervorragende Arbeit. „Jede und jeder einzelne der rund 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat einen wichtigen und wertvollen Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet. Besonders erfreulich war, dass immer wieder die hervorragende Organisation und die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft aller Mitarbeitenden gelobt wurden“, sagte Erster Landesbeamter Busch.

Seitens des Landratsamtes wurden der Leiter des Amtes für Finanzen, Dietmar Freidhof, zum Leiter des Kreisimpfzentrums und Kreisbrandmeister Andreas Geyer zu seinem Stellvertreter berufen, Assistentin war Silvia Hemberger. Als Verwaltungsleitung vor Ort wurden aus dem Landratsamt in wechselnden Schichten Thomas Ambach, Reinhard Brand, Johanna Fessner, Christoph Hofmann, Melanie Limbrunner, Simon Ries, Matthias Schoenian, Patricia Trabold und Ann-Katrin Wolfart eingesetzt. Hinzu kam Andrea Braun, die für das KIZ eingestellt wurde. Christoph Hofmann zeigte sich besonders beeindruckt von dem hervorragenden Zusammenhalt im gesamten KIZ-Team.

KIZ-Leiter Freidhof berichtete von unzähligen Sitzungen, anfangs bis in die Nacht, die zum Aufbau des Impfzentrums erforderlich waren. Die erste Phase nach der Eröffnung sei von anfänglicher Impfstoffknappheit und gleichzeitig hoher Nachfrage geprägt gewesen. In dieser Zeit hätten die Prüfung von Impfberechtigungen und die zunächst wenigen verfügbaren Termine teils für Unmut in der Bevölkerung gesorgt. Später habe sich die Situation komplett gedreht: Nachdem mehr als genügend Impfstoff zur Verfügung stand, musste mit kreativen Aktionen um noch mehr impfwillige Personen geworben werden.

Als Standort für das Kreisimpfzentrum hatte das Sozialministerium Baden-Württemberg auf Vorschlag der Landkreisverwaltung die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums in Bad Mergentheim definiert. Während der Aufbauphase waren dort 1200 Quadratmeter Spezialboden verlegt und mit einem Messebausystem 23 verschiedene Räumlichkeiten geschaffen worden. Hierbei war das Unternehmen Blackout Eventmanagement aus Buchen tätig, das gemeinsam mit dem IT-Team des Landratsamtes auch mehr als einen Kilometer Netzwerkleitungen installierte. Zudem stellte es während der gesamten, achtmonatigen Betriebszeit einen Sicherheitsdienst. Den Aufbau koordinierte Kreisbrandmeister Geyer. In Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Mergentheim wurden darüber hinaus ein Parkplatz und ein Parkleitsystem eingerichtet.

Die ärztliche Leitung des Kreisimpfzentrums übernahmen der Pandemiebeauftragte der Kassenärztlichen Vereinigung für den Main-Tauber-Kreis, Dr. Franz Hoch, und sein Stellvertreter Dr. Klaus Stumptner. Beide machten deutlich, dass der Aufbau der Impfzentren eine große Herausforderung, aber auch unverzichtbar war – zum einen aufgrund der extrem hohen Menge an erforderlichen Impfungen, zum anderen aber auch wegen der besonderen Anforderungen beispielsweise an den Impfstoff von BioNTech/Pfizer. Er musste bei minus 80 Grad gelagert werden.

Zur Bewältigung der Aufgabe beigetragen haben laut Dr. Hoch und Dr. Stumptner auch zahlreiche Ärztinnen und Ärzte, von denen die meisten für ihren Einsatz den Ruhestand unterbrachen. Ebenso engagiert eingebracht haben sich medizinische Fachangestellte, Krankenpflegerinnen und -pfleger, Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sowie Reinigungskräfte. Das Deutsche Rote Kreuz stellte Uwe Rennhofer für die Koordination der Mobilen Impfteams und Kai Schlecht für die Einsatzleitung und die Koordination des Personals zur Verfügung. „Aus einem wild zusammengewürfelten Haufen hat sich eine perfekt funktionierende Einheit und ein Fünf-Sterne-Impfzentrum entwickelt“, fasste Dr. Hoch zusammen.

Dr. Hoch machte zudem deutlich, dass das Coronavirus auch die Schleimhäute der Geimpften in Form eines leichten Infektes ein wenig ärgern könne. Problematisch seien aber die nach wie vor Ungeimpften. Bei ihnen könne sich das Virus „ungeniert ausbreiten, irreparable Schäden anrichten und bei hoher Vermehrungsrate Mutationen bilden, die letztlich auch wieder die Geimpften gefährden können.“ Deshalb bat er alle noch Ungeimpften, sich ausführlich mit der Thematik zu befassen und sich dann für eine Impfung zu entscheiden.

An den letzten vier Öffnungstagen von Montag, 27., bis Donnerstag, 30. September, fanden im KIZ nochmals 217 Erst-Impfungen, 486 Zweit-Impfungen und 497 Dritt-Impfungen statt. Hinzu kommen 82 Impfungen mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson, bei dem eine Dosis genügt. Somit wurden in dieser Woche durch das KIZ 1282 Impfdosen bzw. von Montag bis Donnerstag im Schnitt 320 Impfdosen täglich verabreicht.

Damit erhielten vom Impfstart im Main-Tauber-Kreis bis zur Schließung des Kreisimpfzentrums insgesamt 42.428 Personen ihre erste, 40.520 Personen ihre zweite und 1735 Personen ihre dritte Impfung durch das KIZ. Außerdem wurden insgesamt 3267 Dosen des Einmalimpfstoffs von Johnson & Johnson eingesetzt. Somit wurden also insgesamt 87.950 Impfdosen durch das KIZ verabreicht. Weitere rund 60.000 Impfungen wurden im Main-Tauber-Kreis bisher in Arztpraxen vorgenommen.

Seit dem 1. Oktober sind die Impfungen nun in die Regelversorgung durch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte und die Betriebsärztinnen und Betriebsärzte übergegangen. Unterstützt werden sie für eine Übergangszeit bis zum Jahresende von 30 Mobilen Impfteams und durch Impfbusse, teilte das Sozialministerium mit.

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