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23.06.2021

Drei neue Fälle einer Coronavirus-Infektion (Zahlen 23. Juni) - Erstmals Delta-Variante im Main-Tauber-Kreis festgestellt

Im Main-Tauber-Kreis wurden am Mittwoch, 23. Juni, drei neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt. Die betroffenen Personen leben im Gebiet der Städte Lauda-Königshofen und Wertheim. Sie befinden sich in häuslicher Isolation. Es handelt sich in mindestens einem Fall um eine Kontaktperson zu bereits bekannten Fällen. Für ihre Kontakte wurde, sofern erforderlich, Quarantäne angeordnet und eine Testung veranlasst. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 5126.

30 Personen aktiv von Infektion betroffen

Darüber hinaus sind acht weitere und damit 5006 Personen wieder genesen. Somit sind derzeit 30 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Diese Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 0, Assamstadt: 0, Bad Mergentheim: 5, Boxberg: 0, Creglingen: 0, Freudenberg: 1, Großrinderfeld: 10, Grünsfeld: 1, Igersheim: 0, Königheim: 0, Külsheim: 0, Lauda-Königshofen: 3 (+1), Niederstetten: 0, Tauberbischofsheim: 2, Weikersheim: 0, Werbach: 0, Wertheim: 8 (+2) und Wittighausen: 0.

Delta-Variante: Gesundheitsdezernentin Elisabeth Krug mahnt zur Vorsicht

Bei drei Infektionsfällen der vergangenen Tage wurde durch nachträgliche Typisierung der Laborproben die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen. Es handelt es sich um die ersten bekannt gewordenen Fälle dieser Variante im Landkreis. Sie gilt als besonders ansteckend und vermutlich auch besonders gefährlich. „Dies zeigt uns erneut, dass die Pandemie leider noch nicht vorbei ist, trotz der landauf landab erfreulich niedrigen Infektionszahlen“, erklärt Gesundheitsdezernentin Elisabeth Krug. „Daher dürfen wir alle nicht leichtsinnig werden. Vielmehr ist Vorsicht auch weiterhin die Mutter der Porzellankiste. Nicht alles, was inzwischen wieder erlaubt ist, sollte auch ausgenutzt werden.“

Die Wissenschaft warne aktuell davor, dass die Delta-Variante spätestens im Herbst auch in Deutschland zur dominierenden Virusform werden könnte. „Daher ist es nun besonders wichtig, dass wir mit den Impfungen zügig vorankommen. Wir müssen bald auch diejenigen Menschen von der Wichtigkeit der Impfung überzeugen, die aktuell noch zögern. Nur so kann ein Wiederaufflammen des Infektionsgeschehens verhindert werden, wie es aktuell leider in Großbritannien vorliegt“, ergänzt Krug. Nunmehr wurde bei insgesamt 1113 Fällen im Kreis eine Virusmutation festgestellt.

Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI am Mittwoch bei 12,8

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Main-Tauber-Kreis am Mittwoch, 23. Juni, nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 12,8. Sie beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen (16. bis 22. Juni) je 100.000 Einwohner.

Quarantänen an Wertheimer Kindergärten aufgehoben

Die angeordneten Quarantänen für den Schulkindergarten in Waldenhausen und für eine Gruppe der Kommunalen Kindertagesstätte in Bettingen, beide im Gebiet der Großen Kreisstadt Wertheim, wurden aufgehoben.

Land fördert Erforschung von Corona-Folgeerkrankungen

Das Land Baden-Württemberg wird die gemeinsame Erforschung von Corona-Folgeerkrankungen an den Medizinischen Fakultäten und den vier Universitätskliniken in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm mit rund 2,3 Millionen Euro fördern. Anlass ist, dass viele Menschen unter den Langzeitfolgen von COVID-19 leiden. Basierend auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen soll ein Beratungs- und Therapieangebot zur interdisziplinären Behandlung aller Patientinnen und Patienten mit anhaltenden Post-COVID-19-Beschwerden entwickelt werden.

Nach derzeitigem Stand gelten knapp 94 Prozent und damit mehr als drei Millionen Patientinnen und Patienten in Deutschland als von einer COVID-19-Erkrankung genesen. Doch in bislang etwa zehn bis 20 Prozent – womöglich aufgrund einer Dunkelziffer sogar noch deutlich mehr – der Fälle zeigen sich auch weit nach der Infektionsphase anhaltende Beschwerden. Hier spricht man von einem Post-COVID-19-Syndrom oder von Long-COVID.

Diese Langzeitfolgen scheinen nicht nur ein Problem von Patientinnen und Patienten in der Rekonvaleszenz nach schwerer Erkrankung zu sein. Sie betreffen auch ehemalige Erkrankte ohne klassische Risikofaktoren für komplizierte Verläufe. Ebenso treten sie nach mildem oder moderatem Verlauf und ohne stationäre Behandlung der akuten Erkrankung auf und können sogar ehemals, oft unwissentlich Infizierte ohne Symptomatik ereilen. Dabei ist eine Vielzahl an unterschiedlichsten Symptomen in variierenden Ausprägungen bekannt geworden – bislang an die 50 Symptome. Diese reichen von Erschöpfungssyndromen und neurokognitiven Einschränkungen bis hin zu bleibenden Schäden an Organen wie Herz und Lunge oder Nervenbahnen.

Die oft unspezifisch ausgeprägten Krankheitsbilder wie extrem starke Kopfschmerzen, Mattigkeit oder Atemnot sind individuell unterschiedlich, oft schwer zuzuordnen und halten dabei für längere Zeiträume an, aktuell mindestens sechs Monate. Sie treten auch bei früher völlig gesunden Erwachsenen auf, die vor ihrer COVID-19-Erkrankung voll im Beruf standen und jetzt längerfristig eingeschränkt oder gar arbeitsunfähig sind.

Wie das Wissenschaftsministerium weiter mitteilte, wurde in den vergangenen knapp eineinhalb Jahren viel gelernt in Sachen Prävention, Diagnose und Therapie. Jetzt gelte es dringend, auch die Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Post-COVID-19-Syndrom zu verbessern. Derzeit sei noch sehr wenig bekannt: Was sind die typischen Leitsymptome? Wie stark sind die Leistungseinschränkungen? Wie ist der Verlauf? Kann man in der akuten Erkrankung Hinweise auf gegebenenfalls bevorstehende Langzeitfolgen erkennen? Ebenso gibt es derzeit keinerlei Therapieoptionen. Dafür brauche es eine umfassende wissenschaftliche Datenlage, die derzeit aber noch sehr limitiert ist. In die Erforschung werden zunächst Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren aus ganz Baden-Württemberg einbezogen, deren COVID-Infektion etwa sechs bis zwölf Monate zurückliegt. 

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