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02.12.2015

THW-Gebäude soll Flüchtlingsunterkunft werden

Das ehemalige THW-Gebäude in der Buchener Straße in Bad Mergentheim soll in den nächsten Monaten zur Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber umgebaut werden. Einen entsprechenden Bauantrag hat das Landratsamt Main-Tauber-Kreis bei der Stadtverwaltung Bad Mergentheim eingereicht und mit dem Bauordnungsamt abgestimmt. Nun wird der Bauausschuss der Stadt am 8. Dezember öffentlich über das Vorhaben beraten.

Der Main-Tauber-Kreis kann das ehemalige THW-Gebäude kostenfrei von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) anmieten und will es bis April 2016 umbauen und dann in Betrieb nehmen. „In den ehemaligen Fahrzeughallen im Erdgeschoss, im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss soll eine mustergültige Gemeinschaftsunterkunft für knapp 80 Menschen entstehen“, erklärt Benjamin Schneider, Immobiliendezernent beim Landratsamt. Die Unterkunft wird über Schlafräume sowie separate Duschen und Toiletten verfügen. Im eingeschossigen Zwischenbau der Liegenschaft werden ein großer Gemeinschafts- und ein Schulungsraum für Sprachunterricht, Büros sowie Lagerräume eingerichtet. Die großzügigen Freiflächen um das Gebäude werden weitere Aufenthaltsmöglichkeiten bieten. Mit den Planungen wurde ein Bad Mergentheimer Architekturbüro beauftragt.

„Die innenstadtnahe Lage trägt weiter dazu bei, dass das Gebäude allen Anforderungen des Flüchtlingsaufnahmegesetzes in idealer Weise gerecht wird“, ergänzt Sozialdezernentin Elisabeth Krug. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass in fußläufiger Entfernung zu den Gemeinschaftsunterkünften die notwendigen Infrastruktureinrichtungen wie Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und ÖPNV-Anschluss verfügbar sein müssen. Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft werden durch Fachkräfte des Landratsamtes professionell sozial betreut werden, auch ein Hausmeisterdienst wird eingerichtet. Darüber hinaus hofft die Landkreisverwaltung, dass sich auch an dem neuen Standort wieder ehrenamtliche Helfer in die Betreuung einbringen werden. „Dies ist in den bestehenden Unterkünften in Bad Mergentheim sowie in allen anderen Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis in vorbildlicher Weise der Fall“, sagt Elisabeth Krug.

Der aktuelle Flüchtlingsstrom sorgt dafür, dass das Landratsamt fortlaufend neue Unterkünfte für Flüchtlinge schaffen muss. Die Flüchtlinge werden dem Landkreis durch das Land Baden-Württemberg verpflichtend zugewiesen. Nach einem Verteilungsschlüssel entfallen auf den Main-Tauber-Kreis aktuell jeden Monat rund 1,13 Prozent der Flüchtlinge, die in Baden-Württemberg aus der Erstaufnahme in die vorläufige Unterbringung wechseln. Dies entspricht rund 200 Menschen.

Im Sinne einer dezentralen und integrationsfreundlichen Verteilung der Flüchtlinge plant die Landkreisverwaltung, in sämtlichen Städten und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises Flüchtlingsunterkünfte einzurichten. Aktuell bestehen bereits in zehn der 18 Städte und Gemeinden solche Unterkünfte, in allen anderen laufen Vorbereitungen oder steht die Inbetriebnahme einer Unterkunft kurzfristig bevor. Die Kapazitäten orientieren sich an der Größe der jeweiligen Stadt und Gemeinden, aber auch an tatsächlich verfügbaren Liegenschaften. Deshalb kommt nun in Bad Mergentheim zu den bestehenden Unterkünften in den Bereichen „Zwischen den Bächen/Wachbacher Straße“ (165 Plätze) und „Löffelstelzer Straße“ (120 Plätze) ein weiterer Standort hinzu. „Damit bleibt es auch auf das Gebiet der Kernstadt bezogen bei einer dezentralen Lösung“, sagt Dezernent Schneider. Aktuell stehen im Main-Tauber-Kreis 1113 Plätze für die vorläufige Unterbringung zur Verfügung, davon 318 in Tauberbischofsheim und 285 in Bad Mergentheim. Einzig in Wertheim wird keine Einrichtung für die vorläufige Unterbringung geschaffen, weil dort eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes für rund 1000 Flüchtlinge besteht.

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