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20.01.2016

Neue Gemeinschaftsunterkunft in Grünsfeld belegt

Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hat eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Grünsfeld mit insgesamt 66 Plätzen fertig gestellt. In einer Wohncontaineranlage nahe der Innenstadt wurden Ende der vergangenen Woche zunächst 54 Plätze belegt. Bei den neuen Bewohnerinnen und Bewohnern handelt es sich um Familien und Alleinerziehende mit Kindern aus Syrien, dem Irak, Afghanistan und dem Iran. Insgesamt wurden 35 Erwachsene und 19 Kinder aufgenommen. Sie waren zuletzt in verschiedenen Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes untergebracht.

Die Gemeinschaftsunterkunft bietet Schlafräume, Duschen und Toiletten, eine Gemeinschaftsküche und einen Aufenthaltsraum. Die Bevölkerung in Grünsfeld wurde zuvor in einer öffentlichen Informationsveranstaltung umfassend unterrichtet. Die bisherigen Erfahrungen an mehreren Standorten im Landkreis zeigen, dass in modernen Wohncontainern eine gute und angemessene Unterbringung möglich ist.

Der Standort in Grünsfeld wird den Vorgaben des Flüchtlingsaufnahmegesetzes in idealer Weise gerecht. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass in fußläufiger Entfernung zu den Gemeinschaftsunterkünften die notwendigen Infrastruktureinrichtungen wie Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und ÖPNV-Anschluss verfügbar sein müssen. Die Bewohner der Gemeinschaftsunterkunft werden durch Fachkräfte des Landratsamtes professionell sozial betreut, auch ein Hausmeisterdienst ist vorhanden. Darüber hinaus hofft die Landkreisverwaltung, dass die Einwohner von Grünsfeld die neuen Mitbürger und ihre Kinder positiv aufnehmen und sich ehrenamtliche Helfer ergänzend in die Betreuung einbringen werden. Entsprechende Vorbereitungen wurden bereits getroffen.

Nach einem Verteilungsschlüssel weist das Land Baden-Württemberg dem Main-Tauber-Kreis aktuell monatlich rund 1,2 Prozent der zu verteilenden Flüchtlinge zur vorläufigen Unterbringung zu. Dies entspricht rund 55 Menschen pro Woche. Vor diesem Hintergrund bereitet die Landkreisverwaltung mit Hochdruck weitere Unterbringungsmöglichkeiten vor.

Insgesamt stehen nun im Landkreis bereits 1420 Plätze für die vorläufige Unterbringung zur Verfügung, die bis auf Restkapazitäten alle belegt sind. Sie verteilen sich auf 22 Unterkünfte in 14 Städten und Gemeinden.

Im Sinne einer dezentralen und integrationsfreundlichen Verteilung werden dabei schnellstmöglich alle Städte und Gemeinden im Landkreis einbezogen. In Wertheim besteht eine Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Baden-Württemberg mit rund 1000 Plätzen, in sämtlichen anderen 17 Städten und Gemeinden des Main-Tauber-Kreises werden Unterkünfte für die vorläufige Unterbringung von Flüchtlingen eingerichtet oder die bestehenden Kapazitäten bedarfsgerecht erweitert. Die vorläufige Unterbringung durch die Kreise ist die zweite Stufe im Rahmen der Flüchtlingsunterbringung nach der Erstaufnahme durch das Land.

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