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29.10.2015

Familien mit Kindern beziehen Räume im "Kachelbau"

Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis hat eine neue Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Tauberbischofsheim fertig gestellt. Im so genannten Kachelbau in der Nähe des Hotels St. Michael wurden 50 Plätze eingerichtet. Davon wurden am Donnerstag 36 Plätze belegt. Bei den Bewohnern handelt es sich ausschließlich um Familien mit Kindern im Alter von 1 bis 17 Jahren aus Syrien und Afghanistan.

Der Main-Tauber-Kreis hat das 2. Obergeschoss des Gebäudes von der Erzdiözese Freiburg gemietet. Zuletzt standen die genutzten Räume leer. Damit stellt nun erstmals die katholische Kirche Räumlichkeiten für eine Gemeinschaftsunterkunft im Main-Tauber-Kreis zur Verfügung. Vor zwei Monaten hatte Landrat Reinhard Frank die katholischen und evangelischen Dekane im Kreis sowie weitere hochrangige Kirchenvertreter um Unterstützung bei der Beschaffung geeigneter Immobilien gebeten, sowohl für mittel- und längerfristig nutzbare Gemeinschaftsunterkünfte als auch für kurzfristig zu betreibende Notfallunterbringungen. „Ich freue mich sehr, dass dieser Hilferuf auf fruchtbaren Boden gefallen ist und wir nun die Räume im Kachelbau nutzen können“, sagt Landrat Frank. Das Gebäude sei gut geeignet, so dass die Gemeinschaftsunterkunft ohne größere Umbauten ihren Betrieb aufnehmen konnte.

Die genutzte Etage im Kachelbau bietet Schlafräume, separate Duschen und Toiletten für Männer und Frauen, eine Gemeinschaftsküche und einen Aufenthaltsraum. Der Standort wird den Vorgaben des Flüchtlingsaufnahmegesetzes gerecht. Das Gesetz sieht unter anderem vor, dass in fußläufiger Entfernung zu den Gemeinschaftsunterkünften die notwendigen Infrastruktureinrichtungen wie Einkaufsmöglichkeiten, Arztpraxen und ÖPNV-Anschluss verfügbar sein müssen.

Die Bewohner der neuen Gemeinschaftsunterkunft werden durch Fachkräfte des Landratsamtes professionell sozial betreut, auch ein Hausmeisterdienst ist vorhanden. Darüber hinaus hofft die Landkreisverwaltung, dass sich in Tauberbischofsheim weitere ehrenamtliche Helfer ergänzend in die Betreuung einbringen werden und die Einwohner die neuen Mitbürger positiv aufnehmen. Bisher sind in Tauberbischofsheim bereits in drei weiteren Gebäuden Flüchtlinge untergebracht. An allen Standorten stehen neben dem Personal des Landratsamtes auch ehrenamtlich Engagierte zur Verfügung.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingskrise bereitet die Landkreisverwaltung mit Hochdruck weitere Unterbringungsmöglichkeiten vor. Insgesamt stehen nun im Landkreis 947 Plätze für die vorläufige Unterbringung zur Verfügung, die bis auf Restkapazitäten alle belegt sind. Bis zum Jahresende müssen die Kapazitäten kreisweit auf mindestens 1400 Plätze erweitert werden. Die Flüchtlinge werden dem Landkreis auf Basis einer festgelegten Verteilungsquote durch das Land Baden-Württemberg zur Unterbringung zugewiesen.

INFO
Männer und Frauen, die sich ehrenamtlich in der Betreuung von Flüchtlingen in Tauberbischofsheim engagieren möchten, können sich unverbindlich beim Koordinator Hans-Jürgen Reusch unter der Telefonnummer 0171/5359374 melden.

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