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10.02.2020

"Nachhaltige Ernährung", Teil 1 von 5: Den Wert von Lebensmittel kennen und schätzen

Wenn man Personen auf der Straße fragt, was ein Kilo Äpfel wert ist, wird man vermutlich die Antwort erhalten, dass ein Kilo Äpfel im Supermarkt etwa zwei bis drei Euro kostet. „Die Frage ist jedoch, ob der Preis eines Lebensmittels auch dessen tatsächlichen Wert definiert“, sagt Jennifer Herrmann, Sachgebietsleiterin für Ernährung, Haushalt und Verbraucherbildung beim Landwirtschaftsamt des Landratsamtes. Im Rahmen der landesweiten Ernährungstage ruft sie dazu auf, den Wert von Lebensmitteln zu kennen und zu schätzen.

Jennifer Herrmann: „In Mitteleuropa lebt der Großteil der Bevölkerung im Überfluss. Lebensmittel dieser Qualität und Quantität, wie sie in Deutschland zur Verfügung stehen, sind weltweit nicht die Regel und schon gar nicht selbstverständlich. Dies ist möglicherweise einer der Gründe, weshalb der Wert der Lebensmittel häufig mit deren Preis gleichgesetzt wird. Welche Werte und Ressourcen benötigt werden, bis das Lebensmittel satt macht, ist heutzutage den wenigsten Menschen klar.

Bis der Mensch genussvoll in einen Apfel beißen kann, braucht es einen Apfelbaum. Bis aus einem Setzling ein Apfelbaum entsteht, muss er lange wachsen. Es braucht Zeit sowie viele Bienen, die den Baum bestäuben, damit der Baum Früchte trägt. Weitere wichtige Faktoren sind Sonnenlicht, gute Böden und auch ausreichend Niederschlag in Form von Regen. Für ein Kilogramm Äpfel werden rund 700 Liter so genanntes virtuelles Wasser benötigt. Unter virtuellem Wasser wird sämtliches Wasser verstanden, das in einem Produkt enthalten oder zu dessen Herstellung verwendet wird. Aber auch Ressourcen in Form von Arbeitskraft wird für einen Apfel benötigt. Zum einen ist da der Obstbauer, der den Baum setzt, pflegt und den Apfel pflückt. Zum anderen aber auch die Personen, die den Apfel verpacken und transportieren. Bei verarbeiteten Lebensmittel fallen hier noch deutlich mehr Ressourcen an.

All diese Ressourcen werden sinnlos vergeudet, wenn Lebensmittel leichtfertig weggeworfen werden. Deshalb ist es wichtig, mit diesem Wissen im Hinterkopf ganz bewusst mit den Lebensmitteln umzugehen und diese zu verwenden. Entscheidend ist bei Lebensmitteln, aus dem Vollen zu schöpfen und möglichst von der Wurzel bis zum Blatt alles Verwertbare zu verwenden. Sammelt man Gemüseabschnitte über einige Zeit in der Gefriertruhe, lässt sich später daraus beispielsweise eine leckere Gemüsebrühe herstellen. Dies lässt sich natürlich auch auf die tierischen Produkte übertragen. Denn ein Schwein besteht beispielsweise nicht nur aus Schinken, Schnitzel und Lende oder ein Huhn nicht nur aus Brust. Die Verwendung der landläufig als „unedel“ bezeichneten Teile ist dabei nicht nur notwendiges Übel, sondern kann spannend sein. Die Vielzahl an Möglichkeiten und Geschmacksnuancen dieser kulinarischen Welt abseits der klassischen Teile sind den Verbraucherinnen und Verbrauchern häufig nicht präsent.

Lebensmittel sind nicht nur Nahrungsmittel, die satt machen und zum Leben eben nötig sind, sondern viel mehr: Sattmacher, Geschmacksgeber, Basis wichtiger sozialer Gemeinschaften im familiären oder beruflichen Kontext und und und. Der Wert der Lebensmittel übersteigt den monetären Preis. Um Lebensmittel zu schätzen, muss man sie bewusst verwenden.“

ÜBER DIE SERIE

Das Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg ruft von 10. bis 14. Februar landesweit zu Ernährungstagen auf. In diesem Rahmen gibt das Sachgebiet Ernährung, Haushalt und Verbraucherbildung am Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis in einer fünfteiligen, täglichen Serie Anstöße und Anregungen zum nachhaltigen Umgang. Im nächsten Teil wird über die Bedeutung von regionalen und saisonalen Lebensmitteln berichtet. Für Fragen steht das Landwirtschaftsamt zur Verfügung, Telefon: 07931/4827-6325, E-Mail: jennifer.herrmann@main-tauber-kreis.de. Weitere Informationen und Broschüren sind unter www.main-tauber-kreis.de/landwirtschaftsamt verfügbar.

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