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18.12.2019

Wertvolle Beiträge zum Klimaschutz im Main-Tauber-Kreis

Der Kreistag des Main-Tauber-Kreises hat am 18. Juli 2018 ein Klimaschutzkonzept für den Landkreis beschlossen. Die Städte und Gemeinden streben ebenfalls an, die darin verankerten Ziele zu erreichen und die entsprechenden Maßnahmen umzusetzen. Hierzu wurde eine interkommunale Vereinbarung getroffen. Im Kreistag wurde vereinbart, sich schwerpunktmäßig auf die Leuchtturmprojekte „Solarenergie“, „Energieeffizienz“ und „Nachhaltige Mobilität“ zu konzentrieren. „In diesen drei Bereichen werden die größten Potenziale zur Vermeidung des CO2-Ausstoßes gesehen“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Maßnahmen für den Klimaschutz werden gegenwärtig bei allen Gelegenheiten angesprochen.

Das Klimaschutzkonzept wurde federführend durch den Landkreis, die Energieagentur und die Beratungsunternehmen Klärle und Energielenker in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden auf den Weg gebracht. Die Landkreisverwaltung – hier das Amt Wirtschaftsförderung, Energie und Tourismus sowie die Energieagentur – hat seit diesem Beschluss zahlreiche Maßnahmen und Aktivitäten begonnen und umgesetzt.

Zunächst wurde für das notwendige Budget zur Vernetzung der vorgesehenen Projekte gesorgt. Der Kreistag des Main-Tauber-Kreises hat in den jeweiligen Haushaltsberatungen entsprechende Mittel freigegeben. Darüber hinaus konnten die lokalen Energieversorger Stadtwerk Tauberfranken, Stadtwerke Wertheim und Überlandwerk Schäftersheim sowie die Volksbanken Main-Tauber und Vorbach-Tauber und die Sparkasse Tauberfranken als Unterstützer gewonnen werden. Hierzu wurde eine Sponsorenvereinbarung getroffen.

Seitdem laufen regelmäßig Veranstaltungen, um die Bürgerinnen und Bürger sowie die Eigentümerinnen und Eigentümer von Häusern und Liegenschaften über die erforderlichen Maßnahmen zur energetischen Optimierung und zur Gewinnung regenerativer Energie mit Photovoltaik zu informieren.

Den Auftakt bildete eine Veranstaltung im Mai 2019 in Niederstetten. Es folgten weitere Termine im Oktober und November in Tauberbischofsheim bzw. in Wertheim. In diesen Veranstaltungen wurden Beispiele für gelungene energetische Sanierungen von Liegenschaften präsentiert. Ebenso wurde gezeigt, dass sich die Solartechnik wieder rechnet. Hierbei zielt das Bündnis „Klimaschutz Main-Tauber“ primär auf die Solardachenergie ab. Hauseigentümer können die mit Photovoltaik erzeugte Energie selbst nutzen. Überschüssige Energie wird an das lokale Energieversorgungsunternehmen abgeführt. Hierfür gibt es noch eine Einspeisevergütung von rund 10,5 Cent pro Kilowattstunde. Die Investition amortisiert sich in der Regel in einem Zeitraum zwischen sieben bis neun Jahren.

Damit zahlreiche Bürgerinnen und Bürger von diesen Möglichkeiten erfahren, haben Wirtschaftsförderung und Energieagentur Flyer, Anzeigen und Pressemitteilungen veröffentlicht. Ebenso wurde die Website der Energieagentur neu gestaltet. Bei allen diesen Maßnahmen erscheint das neu geschaffene Klimaschutzlogo. „Wir streben an, dass die Menschen mit diesem Logo sofort die Notwendigkeit verbinden, etwas für das Klima zu tun“, ergänzt Dezernent Jochen Müssig.

Intensiviert wurden auch die Beratungen durch die Energieberater in Verbindung mit der Verbraucherzentrale. Nach der Wiederaufnahme dieser Energieberatungen im Juni 2019 konnten bislang insgesamt 86 Interessenten beraten werden. Die Energieberatungen finden monatlich in Bad Mergentheim, Lauda-Königshofen, Tauberbischofsheim und Wertheim statt. Interessenten können sich zur Terminkoordination bei der Energieagentur unter der Telefonnummer 09341/82-5813 oder unter der kostenlosen Servicenummer der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg 0800/809 802 400 melden. Weitere Informationen zum Beratungsprogramm gibt es auch im Internet unter www.verbraucherzentrale-energieberatung.de. Die Energieberatungen sind für die Interessenten kostenlos. Dieser Erstinformation sollten sich dann Detailberatungen anschließen. Dies kann ebenfalls mit den Energieberatern abgestimmt werden.

Die Landkreisverwaltung möchte auch selbst Energie mit Photovoltaik erzeugen bzw. geeignete Flächen hierfür bereitstellen. „Gegenwärtig haben wir zwei Ansätze gestartet“, berichtet Landrat Reinhard Frank. Zum einen werden die kreiseigenen Gebäude daraufhin geprüft, auf welchen Dächern noch Photovoltaikanlagen installiert werden können. Den entsprechenden Beschluss hat der Kreistag am 11. Dezember 2019 gefasst. Zum anderen sollen alle kreiseigenen Grundstücke auf ihre Eignung für den Bau von Freiflächenanlagen überprüft werden. Die Vorberatung im zuständigen Ausschuss hat bereits stattgefunden.

Die Landkreisverwaltung hat inzwischen alle sich im Eigentum des Landkreises befindlichen Grundstücke aufgelistet. „Hierzu werden wir uns im Landratsamt mit dem Umweltschutzamt, dem Landwirtschaftsamt und dem Forstamt abstimmen“, weist Dezernent Jochen Müssig auf umfangreiche Arbeiten hin. Bei den Photovoltaikfreiflächen wird man auf Ausgewogenheit achten. „Selbstverständlich haben wir die Interessen der Land- und Forstwirtschaft einerseits und der regenerativen Energiegewinnung andererseits absolut im Fokus“, bekräftigt Landrat Frank.

Um die bisher erreichten Ergebnisse zu konkretisieren, hat die Landkreisverwaltung eine Abfrage bei den Städten und Gemeinden gestartet. Gemeinsam soll ermittelt werden, wie viele Liegenschaften im Jahr 2019 energetisch saniert wurden. Alle Maßnahmen zielen letztendlich auf eine Minimierung des CO2-Ausstoßes ab.

Auch für 2020 melden die Wirtschaftsförderung und die Energieagentur ein breites Aufgabenfeld. Neben den gestarteten Projekten zur Energieeffizienz und zur Solardach- sowie Freiflächeninitiative werden die Beratungen fortgesetzt. Am Donnerstag, 12. März 2020, findet in Bad Mergentheim die nächste Veranstaltung zu den beiden Projekten Energieeffizienz und Solardachinitiative statt. Im Herbst ist eine weitere Informationsveranstaltung in Boxberg geplant. Zudem soll in der zweiten Jahreshälfte eine Informationsveranstaltung explizit für Landwirte stattfinden.

Zusätzlich wird das Thema E-Mobilität vorangebracht. Der Main-Tauber-Kreis hat hierzu federführend das Projekt „Mobilitätszentralen“ initiiert. Die erste Mobilitätszentrale wurde in Bad Mergentheim eingerichtet. Die Verträge zwischen den Beteiligten sind geschlossen. Die ersten Angebote dieser Mobilitätszentrale – die verkehrsträgerübergreifende Information zu Bus und Bahn sowie der Ticketverkauf – können bereits genutzt werden. Bis zum März 2020 werden Angebote zur Fortsetzung der individuellen Reisekette geschaffen. Konkret können Pedelecs und ein E-Auto gemietet werden. Die nächste Mobilitätszentrale soll im Bahnhof Lauda entstehen. „Wir hoffen sehr, dass sich im Jahr 2020 bezüglich der Neuausrichtung des Bahnhofsgebäudes in Lauda Positives entwickelt“, ergänzt Dezernent Jochen Müssig.

Zudem ist am 13. Februar 2020 eine Sitzung der Lenkungsgruppe Klimaschutz Main-Tauber vorgesehen. Dabei soll über weitere Maßnahmen neben den bereits laufenden Aktivitäten Beschluss gefasst werden. Und als großes Ereignis steht am Samstag, 27. Juni 2020, in Tauberbischofsheim ein Energie- und Mobilitätswendetag auf der Agenda. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollen Bürgerinnen und Bürger über bereits bestehende und gelungene Möglichkeiten zur Energieeinsparung, zur Gewinnung von regenerativer Energie mit Photovoltaik und über die E-Mobilität informiert werden. Es wird ein interessanter Mix aus Vorträgen und Anschauungsobjekten geboten.

Informationen zum Klimaschutzkonzept Main-Tauber und zu den laufenden Maßnahmen und Aktivitäten gibt es beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Amt für Wirtschaftsförderung, Energie und Tourismus bzw. Energieagentur Main-Tauber-Kreis unter der Telefonnummer 09341/82-5813 oder per Mail an energieagentur@main-tauber-kreis.de. Nähere Informationen zu den Aktivitäten zum Klimaschutzkonzept gibt es auch im Internet unter www.ea-main-tauber-kreis.de.

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