Leben retten und fürs Leben lernen: Schüler und Lehrkräfte der EPE registrieren sich als Stammzellenspender
Unter dem Motto „Dein Typ ist gefragt“ fand kürzlich die dritte DKMS-Schulaktion an der Beruflichen Schule für Ernährung, Pflege und Erziehung (EPE) Bad Mergentheim statt. 88 Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte übernahmen gemeinsam Verantwortung und ließen sich als potenzielle Stammzellenspender registrieren. Das angebotene Programm zielt darauf ab, junge Menschen ab 17 Jahren für eine Spende zu sensibilisieren und für die Registrierung zu motivieren.
Mit der Teilnahme am DKMS-Schulprojekt setzt die EPE Bad Mergentheim ein Zeichen, übernimmt gesellschaftliche Verantwortung und schenkt betroffenen Blutkrebspatienten Hoffnung. Alle zwölf Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, weltweit sogar alle 27 Sekunden. Umgerechnet auf eine Schulstunde erhalten in Deutschland jeweils vier Menschen diese lebensbedrohliche Diagnose. Für viele Blutkrebspatienten ist die Stammzellspende oft die einzige oder letzte Chance auf ein Weiterleben. Wenn es in der Familie kein passendes Match gibt, sind sie auf fremde Hilfe angewiesen.
Die aktuelle DKMS-Registrierungsaktion war bereits die dritte Veranstaltung dieser Art, die an der EPE Bad Mergentheim stattgefunden hat. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde die Schule mit dem DKMS-Schulsiegel ausgezeichnet. Andere Schulen können ebenfalls eine Registrierungsaktion organisieren, das Thema im Unterricht besprechen und somit gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.
Im Rahmen von vier DKMS-Vorträgen wurden die Schüler durch freiwillige Referenten der DKMS aufgeklärt. Ebenfalls berichteten Echtspender, darunter auch ein Schüler der EPE Bad Mergentheim, über eigene Erfahrungen bezüglich der Stammzellspende. Die Registrierung selbst dauert keine zehn Minuten und erfolgt per Wangenschleimhautabstrich. Die Gewebemerkmale werden im DKMS Life Science Lab in Dresden analysiert und anschließend für die weltweite Suche zur Verfügung gestellt. Wer tatsächlich für eine Stammzellspende infrage kommt, wird von der DKMS informiert, ausführlich aufgeklärt und betreut.
Schulen sind bei der Gewinnung neuer Spender besonders wichtig
Entscheidend für den Erfolg einer Stammzelltransplantation ist der Grad der Übereinstimmung der Gewebemerkmale. Die Merkmale sind vererbbar und regional unterschiedlich. Anhand des Musters auf der Zelloberfläche erkennt das Immunsystem, ob die Zelle zum Körper gehört oder vernichtet werden muss. Dieser sogenannte „Fingerabdruck der Zelle“ muss zwischen Spender und Patient möglichst identisch sein, um Abstoßreaktionen zu vermeiden. Junge Menschen sind hier besonders gefragt, da sie meist weniger Vorerkrankungen und eine bessere körperliche Verfassung haben. Deshalb werden sie von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten bevorzugt angefragt, zudem stehen sie dem weltweiten Spendersuchlauf länger zur Verfügung. Ebenso sind die Heilungschancen auf Empfängerseite bei jungen Spendern höher.
INFO:
Die DKMS ist eine internationale gemeinnützige Organisation mit dem Ziel, weltweit so vielen Blutkrebspatienten wie möglich eine zweite Lebenschance zu geben. Dank der über 13 Millionen registrierten Lebensspender – davon allein acht Millionen in Deutschland – hat die DKMS bereits mehr als 125.000 zweite Lebenschancen ermöglicht.
Jeder im Alter zwischen 17 und 55 Jahren kann sich freiwillig und kostenlos bei der DKMS registrieren lassen. Eine Registrierung kostet die DKMS 50 Euro. Die gemeinnützige Gesellschaft freut sich daher über jeden gespendeten Euro. Weitere Informationen sind auf der DKMS-Homepage www.dkms.de zu finden.