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14.01.2021

Kreisimpfzentrum: Logistischen Kraftakt mit unzähligen Beteiligten gemeistert

Eine Woche vor der Inbetriebnahme des neuen Kreisimpfzentrums (KIZ) in Bad Mergentheim wurde dieses bei einem Presse-Rundgang vorgestellt. Landrat Reinhard Frank würdigte den "logistischen Kraftakt und die organisatorische Meisterleisung", in der unzählige Beteiligte in den vergangenen Wochen die Einrichtung in der Sporthalle der Beruflichen Schulen aufgebaut und alle organisatorischen Vorbereitungen getroffen haben.

„Hierfür gilt allen Beteiligten mein herzlichster Dank. Sie haben mit ihrem großartigen Einsatz dazu beigetragen, dass wir bei der Bekämpfung der Pandemie nunmehr das Licht am Ende des Tunnels sehen können“, sagte der Landrat. Großartiges habe auch die Forschung geleistet, der es gelungen sei, innerhalb von weniger als einem Jahr sichere Impfstoffe gegen eine Infektion mit dem Coronavirus zu entwickeln.

Wahl des Standorts in Bad Mergentheim

Als Standort für das Kreisimpfzentrum hat das Sozialministerium Baden-Württemberg auf Vorschlag der Landkreisverwaltung die Sporthalle des Beruflichen Schulzentrums festgelegt. „Diese Halle wurde in der Vergangenheit bereits als Notfallstation für den Landkreis im Falle eines kerntechnischen Zwischenfalls beplant und entsprechend ertüchtigt, unter anderem bezüglich der technischen Ausstattung“, erklärt Landrat Frank. So steht zudem eine Notstromversorgung zur Verfügung. Diese wesentlichen Vorarbeiten hätten bei jedem anderen Standort noch geleistet werden müssen. „Die Halle verfügt auch über die vom Land geforderte Größe von rund 1200 Quadratmetern auf einer Ebene. Ferner ist sie in unmittelbarer Nähe zur Hauptfeuerwache, der Integrierten Leitstelle und dem Standort des Deutschen Roten Kreuzes gelegen, so dass – sofern erforderlich – kurze Eingreifzeiten möglich sind.“

Nach den Planungen des Landes wird in jedem Stadt- und Landkreis nur ein KIZ eingerichtet. Ausnahmen wurden lediglich für die sechs bevölkerungsreichsten Kreise ermöglicht. „Mit dem Standort in Bad Mergentheim ist aber gewährleistet, dass die Einwohnerinnen und Einwohner aus allen Teilen des Landkreises das KIZ sowohl mit dem Auto als auch mit dem ÖPNV, beispielsweise mit der Tauberbahn, gut erreichen können“, sagt Landrat Frank. Wie der Landrat erläutert, werden die Impfzentren nur geschaffen, weil eine Impfung im Rahmen der Regelversorgung in den Arztpraxen derzeit noch nicht machbar ist. Deshalb betreibt das Land seit Ende Dezember neun Zentrale Impfzentren (ZIZ), unter anderem in Rot am See im benachbarten Landkreis Schwäbisch Hall. Diese werden ab 22. Januar durch die KIZ in allen Stadt- und Landkreisen sowie daran angeschlossene Mobile Impfteams ergänzt.

Verwandlung der Sporthalle in ein modernes und funktionales Kreisimpfzentrum

Die Verwandlung der Sporthalle in ein temporäres, modernes und vor allen Dingen funktionales Kreisimpfzentrum wurde federführend von Kreisbrandmeister Andreas Geyer koordiniert, unterstützt von der Leitung des Arbeitsstabes Corona mit dem Ersten Landesbeamten Christoph Schauder sowie Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug.

So wurden in der Aufbauphase 1000 Quadratmeter Spezialboden zum Schutz des empfindlichen Sportbodens verlegt und 23 verschiedene Räumlichkeiten mit knapp 400 laufenden Metern eines Messebausystems geschaffen. Darüber hinaus sorgen mehr als 100 Laufmeter Aluminium-Traversen dafür, dass sämtliche Kabelstrecken ohne jede Stolperfalle über den Köpfen der Besucherinnen und Besucher verlaufen, darunter mehr als ein Kilometer Netzwerkleitungen.

Organisation des Kreisimpfzentrums

Innerhalb des Landratsamtes wurde der Leiter des Amtes für Finanzen, Dietmar Freidhof, zusätzlich zum Leiter des Kreisimpfzentrums bestellt und federführend mit der Organisation der Abläufe betraut, beispielsweise mit der Verantwortung für die Personalbeschaffung und die Abrechnung. Der KIZ-Leiter wird vor Ort durch vier Beschäftigte in der operativen Organisation unterstützt.

Öffnungszeiten des Kreisimpfzentrums

In der jetzt fertig gestellten Konfiguration können im KIZ, wenn genügend Impfstoff bereitsteht, an sieben Tagen in der Woche im Zweischichtbetrieb mindestens 750 Personen geimpft werden. Hierfür stehen fünf Impfstraßen zur Verfügung.

Da der Impfstoff derzeit noch knapp ist, beginnt der Betrieb zunächst mit zwei Impfstraßen, die an sieben Tagen in der Woche jeweils sechs Stunden lang betrieben werden. Für das Personal fallen darüber hinaus jeweils eine Stunde Vor- und Nachbereitung an. Unter anderem muss täglich der benötigte, bei minus 70 Grad tiefgefrorene Impfstoff zunächst aufgetaut und dann für die Verimpfung aufbereitet werden.

Die vorläufigen Öffnungszeiten sind:

  • Montag und Dienstag von 8.30 bis 14.30 Uhr
  • Mittwoch bis Freitag von 14.30 bis 20.30 Uhr
  • Samstag von 8 bis 14 Uhr
  • Sonntag von 13 bis 19 Uhr

„Wir haben uns in der Anfangsphase bewusst für einen Sieben-Tage-Betrieb mit unterschiedlichen Öffnungszeiten entschieden, um bestmöglichst zu gewährleisten, dass jede impfwillige Person einen Termin finden kann“, erklärt KIZ-Leiter Dietmar Freidhof.

Erreichbarkeit des Kreisimpfzentrums

Um eine optimale Erreichbarkeit des KIZ zu sicherzustellen, hat die Stadt Bad Mergentheim südlich der Hauptfeuerwache, an der Ecke Eissee / Zwischen den Bächen, Behelfsparkplätze angelegt. Durch eine geänderte Verkehrsführung können die Besucherinnen und Besucher direkt von der Bundesstraße 290 („Westumgehung“) zu- und abfahren. Dieser Weg steht bislang ausschließlich Rettungsfahrzeugen zur Verfügung, zudem wurde ein übersichtliches Parkleitsystem installiert. Dieses stellt auch klar, dass aus Richtung Tauberbischofsheim kommend nicht nach links in Richtung Parkplatz abgebogen werden darf. Vielmehr muss bis zum Kreisverkehr am Eisenberg gefahren und dort gewendet werden, so dass dann von der Westumgehung nach rechts Richtung Parkplatz abgebogen werden kann.

Von dem Parkplatz, der ausschließlich für zu impfende Personen zur Verfügung stehen wird, führt eine Beschilderung zum KIZ. Dieses ist in etwa drei Minuten fußläufig zu erreichen. Behindertengerechte Parkplätze stehen direkt am Gebäude zur Verfügung. Ebenso kann das KIZ bei Bedarf barrierefrei betreten und verlassen werden.

Das Aufkommen an Personen, die vom Parkplatz zum KIZ gehen, wird sich in Grenzen halten, da es nur eine Anschublösung darstellt, bis eine Impfung von weiten Teilen der Bevölkerung in den Arztpraxen möglich sein wird. Zudem erfolgen die Impfungen strukturiert und nur nach Terminvereinbarung. Auch die Arbeit der Mobilen Impfteams wird dazu beitragen, dass es bei einem verträglichen Maß an Zu- und Abfahrten bzw. Passanten bleibt. Dank des provisorischen Parkplatzes wird es auch gelingen, eine Überlastung der Seegartenstraße zu verhindern. Der Parkplatz wird nach Wegfall des KIZ zurückgebaut.

Darüber hinaus ist das KIZ gut mit Bus und Bahn erreichbar.

Anmeldungen zur Impfung im Kreisimpfzentrum

Nach den derzeitigen Planungen des Landes Baden-Württemberg wird ab Dienstag, 19. Januar, die Anmeldung für die möglichen Termine im KIZ Bad Mergentheim freigeschaltet.

Zunächst sind die Über-80-Jährigen aufgerufen, sich über die Impftermin-Servicehotline des Landes einen Termin geben zu lassen bzw. sich online selbst einen Termin zu buchen. Für die Online-Buchung wird eine eigene E-Mail-Adresse und die Möglichkeit, eine SMS zu empfangen, benötigt.

Telefonische Terminreservierung: Service-Hotline: 116 117

Online-Termin-Buchung: www.impfterminservice.de

Eine Anmeldung ist nur über diese beiden Wege möglich. Beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis und dem zugehörigen Kreis-Gesundheitsamt können keine Impftermine vereinbart werden. Die Bevölkerung wird dringend gebeten, von Anfragen hierzu abzusehen.

Eine Impfung ist nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich.

Für einen wirksamen Schutz sind zwingend zwei Impftermine notwendig. Zwischen beiden Impfungen soll ein Zeitraum von circa 21 Tagen liegen. Bei der Buchung ist vorgegeben, beide benötigten Termine direkt zu vereinbaren. Der Ablauf der zweiten Impfung ist identisch mit der ersten Impfung.

Ablauf im Kreisimpfzentrum

Bei einem Besuch im Kreisimpfzentrum werden mehrere Stationen durchlaufen:

Empfang und Registrierung

  • Fiebermessen; eine Impfung ist nur bei Infektfreiheit möglich.
  • Prüfung der Impfberechtigung: Aktuell sind im Wesentlichen Personen über 80 Jahren impfberechtigt. Das Alter wird anhand des Personalausweises überprüft; ebenso ist die Elektronische Gesundheitskarte mitzubringen. Nicht impfberechtigte Personen werden konsequent abgewiesen, wenn sie bei der Terminbuchung bewusst oder unbewusst falsche Angaben gemacht haben. Welche Nachweise im Einzelfall mitgebracht werden müssen, wird bei der Terminvereinbarung bekanntgegeben.
  • Registrierung, Vorlage des Impfpasses
  • Ausfüllen eines Anamnesebogens, unter anderem mit Angaben zu beim Impfling ggf. bekannten Allergien oder früheren, außergewöhnlichen Impfreaktionen; zur Einnahme von Blutverdünnungsmitteln etc. Die Impfung erfolgt nur, wenn keine Komplikationen vorliegen.
  • Ausgabe eines Laufzettels, der bei den nachfolgenden Stationen immer wieder vorgelegt wird. Durch Einscannen eines QR-Codes auf dem Laufzettel stehen jeweils sofort die notwendigen Daten zur Verfügung

Filmvorführung

  • Jedem Impfling wird ein etwa dreiminütiger Aufklärungsfilm vorgeführt

Ärztliches Aufklärungsgespräch

  • Jeder Impfling führt ein persönliches Aufklärungsgespräch mit einer Ärztin oder einem Arzt und dokumentiert durch seine Unterschrift, dass er oder sie geimpft werden möchte.

Eigentliche Impfung

  • Die eigentliche Impfung wird durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal vorgenommen. Die Impfdosis wird intramuskulär gespritzt, in der Regel in den Oberarm. Die Einstichstelle wird desinfiziert und mit einem Pflaster geschützt. Genau dokumentiert werden der Zeitpunkt der Impfung, die genutzte Impfstoffcharge und in welchen Arm die Impfung injiziert wurde.

Beobachtungsraum

  • Nach der eigentlichen Impfung verbleibt jede geimpfte Person für circa 30 Minuten in einem Beobachtungsraum und wird von geschultem Personal überwacht. Hierbei handelt es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme

Checkout

  • Beim Checkout erhalten die geimpften Personen ihren Impfpass zurück, in dem durch eine Ärztin oder einen Arzt die Impfung eingetragen wurde.

Fotogalerie - Rundgang durch das Kreisimpfzentrum

Mobile Impfteams

Über die Impfungen im KIZ hinaus werden auch zwei Mobile Impfteams im Main-Tauber-Kreis unterwegs sein und insbesondere die Pflegeheime versorgen. Dabei wird jeweils mit dem Zentralen Impfzentrum Rot am See (ZIZ) abgestimmt, welche Heime durch die Mobilen Impfteams des ZIZ und welche durch die Mobilen Impfteams des KIZ versorgt werden.

Die Pflegeheime bereiten die Impfung bestmöglich vor, so dass im Vorfeld bereits die ärztlichen Aufklärungsgespräche geführt, die Einwilligungen zur Impfung eingeholt und alle notwendigen Unterlagen bereitgelegt werden.

Die Mobilen Impfteams sind mit umfangreich ausgestatteten Mannschaftstransportwagen unterwegs und führen die notwendigen Laptops, Drucker und Scanner, persönliche Schutzausrüstung, Impfbesteck und Impfstoff usw. mit. Der Impfstoff wird tiefgekühlt transportiert und vor Ort im jeweiligen Pflegeheim aufgetaut und aufbereitet. Zur Besatzung eines Mobilen Impfteams gehören Fahrerin/Fahrer, medizinisches Fachpersonal und Personal für die Dokumentation.

Personalausstattung

Für den Betrieb des KIZ werden zahlreiche Mitarbeitende benötigt. Glücklicherweise sind auf die entsprechenden Stellenausschreibungen des Landratsamtes nahezu 600 Bewerbungen eingegangen, davon fast 300 von medizinischem Fachpersonal, 200 für die administrative Mitarbeit und 100 von Ärztinnen und Ärzten. „Wir sind überwältigt von der Welle der Hilfsbereitschaft, die sich in der hohen Anzahl an Bewerbungen ausdrückt“, erklärt Landrat Reinhard Frank.

Das ärztliche Personal wird über die Kassenärztliche Vereinigung beschäftigt.

Darüber hinaus werden in großem Umfang medizinisches Fachpersonal und weitere Mitarbeitende benötigt, die beim Landkreis angestellt wurden. Darüber hinaus werden in den nächsten Wochen weitere Anstellungen stufenweise erfolgen.

Die Einrichtung wird zudem an sieben Tagen in der Woche jeweils 24 Stunden lang durch Sicherheitspersonal, in enger Abstimmung mit der örtlichen Polizei, überwacht.

Bei einem Betrieb des Kreisimpfzentrums unter Volllast, also beim gleichzeitigen Betrieb von fünf Impfstraßen, werden vor Ort je Schicht rund 65 Personen im Einsatz sein.

In der Anfangszeit, beim Betrieb von zwei Impfstraßen, werden vor Ort rund 25 Mitarbeitende benötigt. Hinzu kommt das Personal für die Mobilen Impfteams.

Aufklärungsfilm zur Coronavirus-Schutzimpfung

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Coronavirus-Schutzimpfung – Antworten auf häufige Fragen

Das Landratsamt hat unter www.main-tauber-kreis.de/coronavirus einen Katalog mit Fragen und Antworten zur Coronavirus-Schutzimpfung bereitgestellt.

Wer wird zuerst geimpft?

Die Reihenfolge der Schutzimpfungen ist in der Corona-Impfverordnung des Bundes geregelt. Grundsätzlich gilt:

  • Höchste (1.) Priorität haben u.a. Menschen ab 80 Jahren sowie all jene, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen oder bei Rettungsdiensten arbeitet.
  • Hohe (2.) Priorität genießt die Impfung unter anderem über 70-Jähriger und von Personen mit hohem Risikopotential für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören unter anderem Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21 und Transplantationspatienten.
  • Mit erhöhter (3.) Priorität geimpft werden unter anderem Menschen über 60 Jahren, Vorerkrankte und Angehörige wichtiger Bereiche der Daseinsvorsorge.

Grundsätzlich gilt: Die Impfung ist freiwillig und kostenlos.

Wie werde ich informiert, dass ich geimpft werden kann?

Die Landesregierung plant, in Kürze alle Haushalte in Baden-Württemberg in einem Brief darüber zu informieren, wie und auf welchem Weg man sich zur Impfung anmelden kann. Jedoch wird sich weiterhin jede Person selbst um einen Termin kümmern bzw. beispielsweise Angehörige damit beauftragen müssen, wenn sie oder er entsprechend seiner Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe zur Impfung berechtigt ist. Auch Hausärztinnen und Hausärzte sollen ihre Patientinnen und Patienten gezielt ansprechen. In Alten- und Pflegeheimen können die jeweiligen Leitungen einen Termin für Hausbesuche mit einem Mobilen Impfteam verabreden.

Das Landratsamt Main-Tauber-Kreis wird im Rahmen seiner Pressearbeit, auf www.main-tauber-kreis.de/coronavirus sowie auf dem Facebook-Kanal »Landratsamt Main-Tauber-Kreis« stets darauf hinweisen, wenn weitere Gruppen zur Impfung zugelassen sind.

Gibt es einen organisierten Transport zum Kreisimpfzentrum?

Ein organisierter Transport ist nicht vorgesehen. Die Situation ist insofern mit jedem Arztbesuch vergleichbar. Es wird allerdings angeregt, gerade für ältere Personen, die nicht hinreichend mobil sind, im Wege der Nachbarschaftshilfe Unterstützung vor Ort zu organisieren.

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