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21.06.2019

Kloster Gerlachsheim im neuen Glanz

Das Kloster Gerlachsheim erstrahlt im neuen Glanz. Das Hauptgebäude ist innen nahezu komplett saniert. Alle hergerichteten Räume sind vermietet. Diesem Beispiel folgt auch das benachbarte Schwesternwohnheim, welches noch in diesem Jahr der Westfrankenbahn als neues Büro- und Betriebsgebäude zur Verfügung gestellt wird.

Das Kloster Gerlachsheim kann auf eine vielfältige Geschichte zurückblicken. Als ehemaliges Prämonstratenserkloster diente es bis 1803. Im Jahr 1838 erwarb das Land Baden die Gebäude und eröffnete 1874 eine Taubstummenanstalt, die 1935 aufgelöst wurde. Nach 1945 wurde das Gebäude als Durchgangslager für Heimatvertriebene genutzt. Im Anschluss übernahm der Main-Tauber-Kreis das Kloster vom Land Baden-Württemberg in Erbpacht. Dieses Erbpachtverhältnis endet am 11. Mai 2023. Der Main-Tauber-Kreis hatte im Kloster das Kreisalten- und Pflegeheim eingerichtet. Zuletzt, bis Oktober 2016, wurde dieses von der Gesundheitsholding Tauberfranken unter Leitung der Barmherzigen Brüder Trier geführt.

Mit Aufgabe dieser Nutzung war das Landratsamt gefordert. „Wir mussten rasch und zielstrebig eine Nachfolgelösung suchen“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Für eine solche Nachfolgelösung hatte sich auch der Kreistag ausgesprochen. Aus allen Fraktionen wurden Vertreter in eine Lenkungsgruppe entsandt. Diese wurde von Dezernent Jochen Müssig geführt. Gemeinsam mit der Kreis-Wirtschaftsförderung ist es gelungen, die Liegenschaft Kloster Gerlachsheim in kürzester Zeit wieder mit Leben zu füllen.

Im August 2017 zog der Bildungsträger inab ein. Er hat das Erdgeschoss gemietet. Die inab bildet hier junge Frauen und Männer in den Berufen Fachpraktiker/-in Küche und Fachpraktiker/-in Hauswirtschaft aus. Zuvor war das Unternehmen in Bad Mergentheim in einer kreiseigenen Liegenschaft untergebracht. „Wir haben uns sehr gefreut, mit inab sehr rasch einen Ankermieter zu finden“, erklärt Dezernent Jochen Müssig. „Damit konnten wir auf ein gelungenes Beispiel verweisen. Dies erleichterte die Akquise weiterer Mieter sehr.“

Anschließend zogen im zweiten Obergeschoss die Werbeagentur Richey & Sawyer, die Kreisjägervereinigung Tauberbischofsheim und die Arztpraxis Dr. Saager ein. Während die inab den Unterricht aufnahm, erfolgte für die drei weiteren Mieter die Sanierung der vorgesehenen Räume. Während dieser Phase öffnete sich eine weitere Tür. Denn mit der Nardini-Schule in Trägerschaft des Erzbischöflichen Kinder- und Jugendheims St. Kilian in Walldürn konnte ein weiterer Großmieter gewonnen werden. Für die Nardini-Schule und ergänzende pädagogische Stützpunkte konnte das erste Obergeschoss vermietet werden. Zudem wird im Sommer 2019 die Praxis „Heilpädagogik Taubertal“ einziehen. „Damit ist das Hauptgebäude nahezu komplett vermietet“, sagt Landrat Reinhard Frank und zieht ein sehr positives Resümee. Die gute Arbeit wurde auch vom Kreistag mehrmals lobend anerkannt.

Parallel hat sich auch eine Lösung für das ehemalige Schwestenwohnheim in der Würzburger Straße aufgetan. Das komplette Gebäude mit Außenanlage wird die Westfrankenbahn mit Sitz in Aschaffenburg anmieten. Das Gebäude wird für Büro- und Planungszwecke genutzt. Es wird das Betriebsgebäude für die technischen Aufgaben des Unternehmens. Die Westfrankenbahn nutzt aktuell noch ein Gebäude gegenüber dem Bahnhof Lauda in den dortigen ehemaligen DB-Betriebsstätten. Dort soll in Kürze ein weiterer Mosaikstein der Stadtentwicklung von Lauda-Königshofen gestartet werden.

„Wir haben uns auch gefreut, dass das Land Baden-Württemberg, vertreten durch Vermögen und Bau in Heilbronn, alle Schritte positiv begleitet hat“, fasst Dezernent Jochen Müssig zusammen. „Nur in diesem guten Miteinander aller Interessenten war es möglich, der Liegenschaft eine gute Zukunft zu verschaffen.“ Erfreulich ist die Tatsache, dass der Park der Klosteranlage weiterhin von der Gerlachsheimer Bevölkerung, vertreten durch die örtlichen Vereine – insbesondere dem Heimat- und Kulturverein – genutzt werden kann.

Die seitens des Main-Tauber-Kreises für die Sanierung des Hauptgebäudes aufgewendeten Mittel refinanzieren sich durch Mieteinnahmen und durch Abschlagszahlungen des Landes Baden-Württemberg bis auf einen Restbetrag. Diesen werten Kreistag und Landkreisverwaltung als fördernden Einsatz für Gerlachsheim und den mittleren Main-Tauber-Kreis. Beim Schwesternwohnheim ist die Konstellation so gelungen, dass sich die Investitionskosten aufgrund des auf zwölf Jahre abgeschlossenen Mietvertrags komplett refinanzieren werden.

Weitere Informationen zur Liegenschaft Kloster Gerlachsheim gibt es bei der Wirtschaftsförderung Main-Tauber-Kreis, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5708, E-Mail wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de.

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