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15.01.2020

Katastrophenschutz: Stabwechsel beim Fernmelde- und Führungsdienst

Beim Fernmelde- und Führungsdienst gab es einen Stabwechsel: Der bisherige Leiter Marco Herschlein wurde in den passiven Dienst verabschiedet, die Nachfolge hat Reinhard Brand übernommen. Darüber hinaus ehrte Erster Landesbeamter Christoph Schauder im Rahmen einer Feierstunde drei langjährige Mitglieder dieser Regieeinheit des Main-Tauber-Kreises und verabschiedete ein Mitglied.

Marco Herschlein wechselte auf eigenen Wunsch vom aktiven in den passiven Dienst und verzichtete gleichzeitig auf das Amt des Leiters. Er hatte sich 1996 beim Landratsamt für sieben Jahre für den freiwilligen Dienst im Katastrophenschutz verpflichtet und war zunächst im Sanitätsdienst tätig. Nach der Übernahme des Sanitätsdienstes durch das DRK Tauberbischofsheim wechselte er 1998 zum Fernmelde- und Führungsdienst des Landkreises. Ab Juni 2006 übernahm Marco Herschlein das Amt des Einheitsführers von Peter Bernhardt und übte es zunächst bis Juli 2009 aus. Aufgrund einer beruflichen Weiterbildung gab er die Leitung dann nochmals für eineinhalb Jahre an Peter Bernhardt ab. Seit 2011 leitete er nunmehr wieder den Fernmelde- und Führungsdienst. Insgesamt blickt er somit auf 23 Jahre Katastrophenschutzdienst und zwölf Jahre als Leiter zurück.

Erster Landesbeamter Christoph Schauder charakterisierte Marco Herschlein als einen „stets hilfsbereiten Menschen, der sich für die Belange des Katastrophenschutzes einsetzt“. In seiner Freizeit habe Herschlein ein Handbuch für die Bedienung des Digitalfunkgerätes für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschrieben, um ihnen die Funkarbeit zu erleichtern. „Mit dem Ausscheiden von Marco Herschlein verliert der Fernmelde- und Führungsdienst einen kompetenten und stets kollegialen Einheitsführer. In der Vergangenheit hat er neben den monatlichen Funkübungen auch die Ausbildung der Mitarbeiter, das Biwak sowie den Einsatz beim Autofreien Sonntag geleitet und die Jahresabschlussfeier mitorganisiert. Bei Katastrophenschutzübungen hat er die Aufgaben mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz hervorragend gemeistert“, sagte Schauder. Der Main-Tauber-Kreis bedauere den Wechsel in den passiven Dienst und bedanke sich für die langjährige, über das normale Maß hinausgehende und sehr gute Zusammenarbeit.

Die Nachfolge wurde Reinhard Brand aus Bad Mergentheim-Hachtel übertragen. Der 47-Jährige ist im Landratsamt als Sachgebietsleiter beim Landwirtschaftsamt tätig. Aufgrund seines Engagements in der Freiwilligen Feuerwehr beherrscht er auch das Funken. Vor vier Jahren konnte er für den Dienst im Fernmelde- und Führungsdienst gewonnen werden, den er seitdem ausübt. Neben einer Maschinisten- und Sprechfunkerausbildung hat er auch noch die Qualifizierung als Truppführer bei der Feuerwehr. Erster Landesbeamter Schauder lobte die Bereitschaft, das wichtige Amt auszuüben, und wünschte für die Arbeit als Leiter der Regieeinheit viel Erfolg.

Reinhard Brand selbst sagte, dass er das Amt übernommen habe, weil er sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühle. Der erste und bisher einzige Katastrophenfall im Main-Tauber-Kreis, das Hochwasser 1984 in Königheim, sei inzwischen zwar mehr als 35 Jahre her. „Aber wir sind da, wenn wir gebraucht werden und üben regelmäßig“, erklärte er. Dies könne nur funktionieren, wenn sich alle Mitglieder gemeinsam auf dem aktuellen Stand halten und in einem Ernstfall zusammenstehen. Ebenso wichtig sei die Unterstützung des Ersten Landesbeamten und der Sachgebietsleiterin für den Katastrophenschutz im Landratsamt, Helga Koch.

Für zehnjährige Mitgliedschaft im Fernmelde- und Führungsdienst geehrt wurde in der Feierstunde Simon Menzel, der beim Innenministerium Baden-Württemberg als Sachbearbeiter für Fernmeldewesen tätig ist. Nach seinem Eintritt in die Regieeinheit im Jahr 2009 nahm er zunächst an einer Funkausbildung und später auch an weiteren Ausbildungsveranstaltungen teil. Erster Landesbeamter Schauder würdigte ihn als sehr hilfsbereites Mitglied, der den Fernmelde- und Führungsdienst regelmäßig unterstützt, beispielsweise beim Autofreien Sonntag. Dafür nimmt Menzel gerne auch die Fahrt von seinem Wohnsitz in Stuttgart nach Tauberbischofsheim auf sich.

In den passiven Dienst verabschiedet wurden der pensionierte Postbeamte Wolfgang Hart nach über 40-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit, der Maschinenbautechniker Tobias Dworacek nach mehr als 20 Jahren sowie der selbständige Steuerberater Florian Kieser nach gut 14 Jahren. „Diese drei Helfer waren immer sehr engagiert für den Fernmelde- und Führungsdienst im Einsatz und immer zur Stelle, wenn sie gebraucht wurden. Daher gilt ihnen unser besonderer Dank“, erklärte der Erste Landesbeamte.

Der Fernmelde- und Führungsdienst unterstützt den Verwaltungsstab des Landratsamtes im Fall von Katastrophen und Großschadensereignissen. Die Aussetzung der Wehrpflicht hat dazu geführt, dass auch keine Ersatzdienstleistenden mehr als Nachwuchs für den Fernmelde- und Führungsdienst zur Verfügung stehen. Deshalb wurden inzwischen auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung mit entsprechenden Arbeiten betraut. Die Regieeinheit besteht heute aus 14 Mitarbeitern des Landratsamtes sowie aktiven und passiven Ehrenamtlichen, die im Notfall zusätzlich einsetzbar sind.

Zu den wichtigen Aufgaben im Falle einer Katastrophe oder eines Großschadensereignisses gehören der Betrieb der Fernmeldezentrale für den Verwaltungsstab, die Aufnahme und Weiterleitung von Meldungen, die Unterstützung des Führungsstabes im Fernmeldewesen sowie der Nachweis von ein- und ausgehenden Meldungen. Für diese Aufgaben werden Telefon, Fax und Funk eingesetzt. Wichtig ist der Fernmelde- und Führungsdienst besonders auch bei einem möglichen Ausfall der öffentlichen Stromversorgung oder der EDV, um die Kommunikation per Funk sicher zu stellen. Damit muss bei vielen Katastrophenszenarien, zum Beispiel im Fall schwerster Unwetter, jederzeit gerechnet werden.

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