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14.04.2022

Kassenärztliche Vereinigung schließt Abstrichzentrum - Landrat bedauert Entscheidung

Die Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) stellt den Betrieb des Abstrichzentrums Main-Tauber-Kreis in Bad Mergentheim ein. Letzter Öffnungstag ist am Ostermontag, 18. April. Danach werden in dem Gebäude der ehemaligen Tagesklinik in der Bad Mergentheimer Wolfgangstraße keine PCR-Abstriche mehr vorgenommen und somit auch keine Coronavirus-Infektionen mehr festgestellt.

„Zu unserem Bedauern hat die KVBW in Stuttgart entschieden, ihre Abstrichzentren im ganzen Land nicht weiter fortzuführen, auch nicht im Main-Tauber-Kreis“, erklärt Landrat Christoph Schauder. In der Vergangenheit sei es der Kreisverwaltung mehrfach gelungen, die KVBW von einem Weiterbetrieb der Einrichtung in Bad Mergentheim zu überzeugen, obwohl die Abstrichzentren in anderen Stadt- und Landkreisen längst geschlossen hatten. Auch eine zeitweise Unterbrechung des Betriebs in Phasen niedriger Inzidenzen wurde im Main-Tauber-Kreis auf Drängen des Landratsamtes stets verhindert, ebenfalls im Gegensatz zu anderen Kreisen.

Die KVBW betrieb das Abstrichzentrum bisher und stellte insbesondere das ärztliche Personal sowie die medizinischen Fachkräfte. Das Landratsamt unterstützte die KVBW, indem es das Terminmanagement übernahm und als Mieter des Gebäudes die tägliche Reinigung sowie den Sicherheitsdienst organisierte. „Der Main-Tauber-Kreis ist jedoch nicht in der Lage, das Abstrichzentrum auf eigene Faust weiterzuführen. Weder verfügen wir über das notwendige medizinische Personal, noch sind wir für diese Aufgabe zuständig. Wir könnten vorgenommene PCR-Tests auch gar nicht mit den Krankenkassen abrechnen“, macht Landrat Schauder deutlich. Die KVBW sei der Auffassung, dass in den regulären Strukturen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte genügend Möglichkeiten für PCR-Abstrichuntersuchungen bestünden, so dass keine Abstrichzentren mehr notwendig seien.

Landrat Schauder weist auch besonders darauf hin, dass er die bisherige, mehr als zwei Jahre währende Geschichte des Abstrichzentrums Main-Tauber-Kreis als einen großartigen Erfolg verbucht. Für diesen seien unter anderem die engagierte Arbeit des von der KVBW gestellten medizinischen Personals und der Mitarbeitenden des Landratsamtes verantwortlich. Besonders würdigt er auch den stets hohen Einsatz des Pandemiebeauftragten der KVBW für den Main-Tauber-Kreis, Dr. Franz Hoch, der Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug im Landratsamt und des Kreisbrandmeisters Andreas Geyer.

Landratsamt, KVBW und Deutsches Rotes Kreuz hatten das Abstrichzentrum Mitte März 2020, kurz nach Auftreten der ersten Corona-Fälle im Landkreis, innerhalb kürzester Zeit feldmäßig neben dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim eingerichtet. Bereits ab 6. April 2020 wurde es in ein festes Gebäude verlagert, in die Sporthalle der ehemaligen Kaserne auf dem Laurentiusberg in Tauberbischofsheim. Zum 1. August 2020 zog es zurück nach Bad Mergentheim, nunmehr in die Räume der früheren Tagesklinik in der Wolfgangstraße. Diese hatte zuvor für gut drei Monate als Corona-Fieberambulanz gedient, womit die Hausarztpraxen bei der Bewältigung der Pandemie unterstützt werden sollten.

Das Abstrichzentrum Bad Mergentheim hatte seit 1. August 2020 immer montags, mittwochs und freitags geöffnet. An jedem Termin waren im Normalfall bis zu 120 Abstriche möglich. Bei höherem Bedarf konnten die Kapazitäten kurzfristig gesteigert werden. „Mit dieser Einrichtung wurde ein ganz wesentlicher Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie geleistet“, bekräftigt Landrat Schauder und erinnert beispielsweise an große Reihenuntersuchungen, die oftmals zur Identifikation und Eingrenzung von Infektionsgeschehen einen wichtigen und wertvollen Beitrag geleistet hätten. Die PCR-Ergebnisse aus dem Abstrichzentrum seien die Grundlage für viele tausend häusliche Isolationen und damit für eine deutliche Begrenzung des Infektionsgeschehens gewesen.

Insgesamt wurden seit 16. März 2020 insgesamt 26.530 PCR-Abstriche im Abstrichzentrum Main-Tauber-Kreis vorgenommen, davon 479 am Standort Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, 1239 am Standort Laurentiusberg Tauberbischofsheim und 24.812 am Standort Wolfgangstraße Bad Mergentheim (einschließlich Fieberambulanz).

Im Jahr 2020 fanden die meisten Abstriche im Oktober in der Kalenderwoche 41 statt (699 Abstriche), 2021 Ende März/Anfang April in der Kalenderwoche 13 (567 Abstriche) und 2022 Ende Januar in der Kalenderwoche 5 (556 Abstriche).

INFO

  • Bei Auftreten typischer Symptome einer Corona-Infektion, insbesondere Atemnot, neu auftretenden Husten, Halsschmerzen, Fieber, Geruchs- oder Geschmacksverlust, muss eine Ärztin oder ein Arzt kontaktiert werden. Diese bzw. dieser entscheidet, ob ein PCR-Test erforderlich ist. Es ist stets eine vorherige telefonische Kontaktaufnahme erforderlich; mit entsprechenden Symptomen sollte keine Praxis ohne Voranmeldung betreten werden.
  • Nach einem positiven Schnelltest an einer Teststation besteht bereits Quarantänepflicht. Ein zusätzlicher PCR-Test zur Absicherung wird empfohlen.
  • Nach einem positiven Eigentest muss ein Antigen-Schnelltest bei einer Schnellteststation gemacht werden.
  • Wer Symptome hat, darf nicht zu einer Schnellteststation gehen. In diesem Fall ist nur ein PCR-Test in einer Arztpraxis oder bei einer sonstigen berechtigten Stelle zulässig.
  • Das Gesundheitsamt kann keine Auskünfte geben, wo PCR-Abstriche möglich sind, und bittet darum, von Anfragen hierzu abzusehen. Diese sollten an die jeweilige Hausarztpraxis gerichtet werden.
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