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18.12.2019

Digitalisierung steht ganz oben auf der Agenda

Digitalisierung ist derzeit eines der Top-Themen im Landratsamt Main-Tauber-Kreis. „Es gibt kaum einen Bereich der Kreisverwaltung, der sich nicht mit dem digitalen Wandel auseinandersetzt“, erklärt Landrat Reinhard Frank. „Wir haben vor dem Beginn unserer großen Digitalisierungskampagne intensiv recherchiert und analysiert und uns für eine ganzheitliche Digitalisierungsstrategie entschieden“, sagt Frank.

Mit ganzheitlich ist gemeint, dass zunächst die nötigen Grundlagen innerhalb der Behörde geschaffen werden. Im Rahmen eines Pilotprojekts zur Digitalisierung der Sachbearbeitung im Schwerbehindertenrecht sollen Erfahrungen gesammelt werden. Anschließend soll sukzessiv ein Amt des Landratsamtes nach dem anderen umgestellt werden. Parallel werden weitere Digitalisierungsprojekte umgesetzt. „Dieses Vorgehen ist ausführlich in unserer digitalen Agenda festgehalten. Dabei stehen die Interessen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Bürgerinnen und Bürger stets im Mittelpunkt“, bekräftigt Landrat Frank.

Dietmar Hirsch, Amtsleiter für IT und Digitalisierung, erklärt, dass bereits im Jahr 2008 ein Programm zur elektronischen Aktenablage angeschafft wurde. War dies ursprünglich ein freiwilliges Angebot, welches eher sporadisch im Einsatz war, wird es heute flächendeckend genutzt und ist aus dem Arbeitsalltag nicht mehr wegzudenken. Das interne Schulungsangebot soll ausgebaut werden, um die Mitarbeiter beim Übergang in das digitale Zeitalter zu unterstützen. Durch die Einführung von Prozessmanagement sollen Arbeitsschritte analysiert und optimiert werden. Dies diene einerseits dem Wissensmanagement und sei andererseits nötig, um die Arbeitsschritte auf Digitalisierungspotenzial hin zu überprüfen, sagt Hirsch. Auch wurden ein bis zwei Digitallotsen pro Fachamt des Landratsamtes ernannt. So haben die Mitarbeiter einen dezentralen Ansprechpartner für Fragen. Letztlich wird auch die technische Ausstattung stetig erweitert und verbessert. So steige beispielsweise die Zahl an Anträgen auf einen zweiten Bildschirm oder einen mobilen Arbeitsplatz, sagt Hirsch.

Neben der Schaffung von Grundlagen wurde im Amt für Pflege und Versorgung damit begonnen, das Pilotsachgebiet Schwerbehindertenrecht zu digitalisieren. Angefangen beim elektronischen Posteingang über die digitale Bearbeitung bis hin zur Ablage zeigt sich hier die ganzheitliche Strategie der Behörde. „Wir befinden uns derzeit in der Testphase. Wir haben bereits wertvolle Erfahrungen gesammelt. Kleinere Anpassungen sind noch nötig, aber wir sind optimistisch, dass wir im Pilotsachgebiet in Kürze elektronisch arbeiten können“, erklärt Sabrina Scheller, Digitalisierungsbeauftragte im Landratsamt.

Weiterhin berichtet Scheller, dass es eine wachsende Zahl an Online-Dienstleistungen gibt, die über die Homepage des Landratsamtes abgerufen werden können. Beispielsweise können im so genannten Geoinformationssystem (GIS) zahlreiche Informationen auf einer digitalen Landkarte abgerufen werden. Es zeigt beispielsweise die Standorte von Windrädern, Rad- und Wanderwege, Bebauungspläne und Kindergärten oder berechnet, ob sich das eigene Hausdach zur Nutzung von Solarenergie eignet. Zudem gibt es ein Online-Bewerberportal, eine Heimplatzbörse und eine Sperrmüllbörse. Weiter kann die Abgabeerklärung für Wasserentnahmeentgelt oder der Antrag auf BAföG online eingereicht werden. Diese und viele weitere Online-Dienstleistungen finden sich unter www.main-tauber-kreis.de/online-dienste.

In Arbeit sind derzeit die Einführung der E-Akte im Sachgebiet Jagdamt, die Möglichkeit zur Online-Terminvereinbarung und die Online-Anhörung im Ordnungswidrigkeitenverfahren mit der Möglichkeit, Foto-Beweismittel digital einzusehen und Verwarnungen sowie Bußgelder online zu bezahlen (PayPal, PayDirekt). Auch die hausinterne Poststelle wird auf die Digitalisierung vorbereitet. Mittels Hochleistungsscanner sollen zukünftig eingehende Poststücke eingescannt werden und auf elektronischem Weg den Sachbearbeiter erreichen.

Zudem nimmt der Main-Tauber-Kreis an drei Initiativen Digitaler Landkreiskonvois – kurz INDILAKO teil. Es handelt sich dabei um ein Projekt des baden-württembergischen Landkreistags. Möglichst viele Landkreise sollen gemeinsam eine standardisierte digitale Lösung für bestimmte Dienstleistungen entwickeln. Das Landratsamt beteiligt sich an der Digitalisierung der Infektionsschutzbelehrung (früher Gesundheitszeugnis), des Antrags auf Vermessung eines Grundstücks sowie an der Einführung der E-Rechnung.

In naher Zukunft ist die Einführung der elektronischen Akte für das Büro des Landrats, das Forstamt und das Sachgebiet Blindenhilfe geplant. „Wir haben bereits viel erreicht, dennoch ist uns bewusst, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Bei all den Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt, möchten wir erwähnen, dass es immer die Möglichkeit geben wird, im Landratsamt vorzusprechen oder einen Antrag persönlich abzugeben. Die digitalen Angebote sind und bleiben Zusatzangebote“, betont Scheller.

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