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02.04.2021

Digitale Präventionsvorträge zum Jubiläum 35 Jahre AkS

Der Aktionskreis Sucht- und Gewaltprävention, Sicherheit und Gesundheitsförderung (AkS) feiert mit einer digitalen Fortbildungsreihe sein 35-jähriges Bestehen. Die geplanten Feierlichkeiten im vergangenen Jahr mussten leider aufgrund der Pandemie abgesagt werden. Der AkS besteht aus Mitarbeitenden der Suchtberatungsstellen sowie aus Vertreterinnen und Vertretern von Wohlfahrtsverbänden, des Regierungspräsidiums Stuttgart, des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis, der Schul- und Jugendsozialarbeit, der verbandlichen Jugendarbeit, der Polizei und aus ehrenamtlich Engagierten.

Die digitalen Vorträge und Fortbildungen finden im Zeitraum von Mai bis Oktober statt. Dabei werden alle vier Handlungsfelder des AkS thematisch aufgegriffen. Den Beginn macht der digitale Fachtag „Gewaltprävention in digitalen Zeiten“ für pädagogische Fachkräfte am Mittwoch, 12. Mai, von 16 Uhr bis 19 Uhr. Als Referent konnte Henrik Blaich gewonnen werden, ein erfahrener Fachmann für Medien und Gewaltprävention von der „Aktion Jugendschutz Baden-Württemberg“.

Blaich greift die alltägliche und umfassende Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen auf und vertieft die daraus entstehenden neuen Themen für Gewaltprävention wie Cybermobbing, Hate Speech, Fake News sowie extremistische Ansprache in sozialen Netzwerken. Er möchte pädagogischen Fachkräften spezifisches Wissen vermitteln, um Jugendliche in solchen Situationen unterstützen zu können.

Aber nicht nur Pädagogen sollen mit den Vorträgen angesprochen werden. Der Vortrag „Alkohol in der Schwangerschaft“ am Dienstag, 28. September, von 13.40 Uhr bis 15.10 Uhr richtet sich an ältere Schülerinnen und Schüler. Die Kinderärztin Dr. med. Tünde Kerteß-Szlaninka verweist dabei auf die Gefahren, die schon die kleinste Menge Alkohol für ein Ungeborenes verursacht, denn das Baby trinkt immer mit. Die werdende Mutter und ihr Baby bilden während der gesamten Schwangerschaft eine Einheit, da sie über die Nabelschnur und Plazenta miteinander verbunden sind. Jeder Schluck Alkohol erreicht so schnell den Blutkreislauf des ungeborenen Kindes. Innerhalb weniger Minuten haben Mutter und Kind den gleichen Alkoholspiegel mitsamt seiner schädigenden Wirkung.

Mit dem dritten digitalen Vortrag soll am Donnerstag, 14. Oktober, von 10.20 Uhr bis 12 Uhr ein Highlight zum Thema „Mensch gegen Digitalkonzerne: Wie bekommen wir unsere Daten zurück?“ folgen. Dieser Vortrag spricht vor allem Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe an. Der Referent Dr. Jürgen Rink ist als Chefredakteur des IT- und Tech-Magazins „c´t“ ausgewiesener Experte und informiert mit Praxisbeispielen über die immer wichtiger werdenden Themen IT-Sicherheit und Datenschutz.

Außer den Algorithmen von YouTube, Instagram und Co. und deren Macht auf die Inhalte, die der einzelne Konsument vorgeschlagen bekommt, wird auch der Blick auf die eigenen Daten gerichtet: Warum der Satz „Ich habe nichts zu verbergen“ auch gefährlich ist, wird an einigen Beispielen gezeigt. Und schließlich werden auch das Darknet und Deepfakes nicht zu kurz kommen. Es werden beispielsweise Fragen geklärt, welcher Information man im Internet trauen kann und ob wir einer Nachricht in den Sozialen Medien, nur weil sie zehntausendfach geteilt wurde, glauben können. Mit einigen wenigen Tipps verhindert man, damit man das nächste Mal nicht wieder auf Fake News hereinfällt.

Bei der abschließenden digitalen Fortbildung für pädagogische Fachkräfte, Mediziner, Psychotherapeuten, Eltern und sonstige Interessierte am Mittwoch, 20. Oktober, von 16 Uhr bis 17.30 Uhr referiert Prof. Dr. Michael Klein über „Kinder aus suchtbelasteten Familien“. Prof. Klein ist Experte für Klinische Psychologie und Suchtforschung mit dem Schwerpunkt „Familie und psychische Störungen“ an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen in Köln.

Suchtstörungen gehören zu den wichtigsten und häufigsten psychischen Störungen in der Bevölkerung. Die Frage nach ihren Auswirkungen auf die Familie, insbesondere Kinder, sollte Regel und nicht Ausnahme sein. Dabei werden suchtkranke Eltern von ihren Kindern oft als angstauslösend, unberechenbar, zurückweisend und kalt erlebt. Die Folgen zeigen sich frühzeitig, und genau hier sind Frühinterventionen essentiell, um Schädigungen der Kinder zu vermeiden.

Interessierte können sich jeweils bis einen Tag vor der Veranstaltung unter http://moodle.pb-praevention.de/moodle anmelden. Die Vorträge können kostenfrei besucht werden. Ansprechpartner ist Kreisjugendreferent Dr. Michael Lippert, Telefon 09341/82-5581, E-Mail: michael.lippert@main-tauber-kreis.de. Unter der Webadresse www.main-tauber-kreis.de/praeventionspartnerschaft gibt es weiterführende Informationen.

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