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18.12.2019

Breitbandversorgung wird immer besser

Die Breitbandversorgung ist heute ein wesentlicher Baustein der öffentlichen Infrastruktur. Über das World Wide Web können private und berufliche Angelegenheiten abgewickelt werden. Auch kleine Dörfer sind plötzlich im Marktgeschehen dabei. Im Main-Tauber-Kreis wird die Breitbandversorgung stufenweise immer besser.

Der Main-Tauber-Kreis hat in den zurückliegenden beiden Jahren die Breitbandversorgung sukzessive ausgebaut. Noch sehr wach sind die damaligen Erörterungen im Kreistag und in den Gemeinderäten, welches Modell zur Breitbanderschließung ausgewählt wird. Zur Wahl standen der Aufbau eines Backbone-Netzes oder das Modell der Wirtschaftlichkeitslücke. Letztendlich haben sich der Kreistag des Main-Tauber-Kreises und die Landkreisverwaltung für das Wirtschaftlichkeitslückenmodell entschieden.

„Bei dieser Entscheidung war es wichtig, dass wir in kürzester Zeit die Breitbandversorgung auch in die Dörfer und in die kleinen Weiler bringen“, erklärt Landrat Reinhard Frank. Denn neben den gegenwärtig intensiv diskutierten Themen des Klimaschutzes muss der Main-Tauber-Kreis auch auf die demografische Entwicklung schauen. „Für uns war es deshalb wichtig, dass auch beispielsweise in Finsterlohr oder in Rauenberg junge Menschen weltweit kommunizieren können“, ergänzt Wirtschaftsdezernent Jochen Müssig. Nur mit dieser Infrastruktur können junge Menschen und damit Nachwuchskräfte für die heimische Wirtschaft und Dienstleister für eine Zukunft im ländlichen Raum begeistert werden.

Das Wirtschaftlichkeitslückenmodell, welches die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom Technik GmbH vorsieht – sie ist aus der europaweiten Ausschreibung als Sieger hervorgegangen – beinhaltet neben dem Verlegen der erforderlichen Glasfaserstränge auch den Kommunikationsbetrieb. Dies wäre bei einem Backbone-Netz anders gewesen. Dort hätte nach der Verlegung der Kabelinfrastruktur erst ein Betreiber gesucht werden müssen.

Die ersten vier Stufen des Konzepts werden im Wirtschaftlichkeitslückenmodell umgesetzt. Diese vier Stufen waren auch bei der Entscheidung im Kreistag von Bedeutung. Die Stufen gliedern sich in Basiskonzept, Erschließung der Schulen, Anbindung der restlichen weißen Flecken und Verdichtung des Glasfasernetzes in den Gewerbegebieten. „In der letzten anzugehenden Ausbaustufe 5 geht es um die innerörtliche Erschließung“, berichtet Landrat Reinhard Frank weiter. Dies wird dann ein sehr zeit- und kostenaufwendiger Schlussakkord.

Das Basiskonzept und damit die Stufe 1 wurde im April 2017 begonnen. Mit einem Spatenstich an den Beruflichen Schulen in Tauberbischofsheim wurde ein Zeichen für den Auftakt dieser wichtigen Infrastrukturmaßnahme gesetzt. Das Wirtschaftlichkeitslückenmodell sieht eine kommunale Unterstützung in Höhe von rund 19 Millionen Euro vor. Diese Summe konnte der Landkreis dank der Förderung des Bundes mit 50 Prozent und des Landes Baden-Württemberg mit 20 Prozent realisieren. Die verbleibenden Anteile teilten sich die Städte und Gemeinden mit dem Landkreis. „Beispielhaft waren von Beginn an die interkommunale Zusammenarbeit und der Schlüssel zur Kosten- und Leistungsaufteilung“, informiert Dezernent Jochen Müssig.

Das Basiskonzept, welches im geförderten Ausbau eine Mindesbreitbandversorgung von 50 Mbit/s im Download und das Aufschalten der Vectoringtechnik vorsieht, wurde im September 2019 als erfolgreich abgeschlossen angesehen. Offen sind derzeit noch der Ort Elpersheim, die Aufrüstung in Gissigheim und vier zu lösende Anschlüsse im Kreisgebiet. In Elpersheim geht der Breitbandausbau inzwischen weiter. Für Gissigheim wird ein Lösungsvorschlag der Telekom kurzfristig erwartet, und bei den vier offenen Anschlüssen hängt die Erschließung von der Zustimmung Dritter ab.

Parallel zum Basiskonzept wurde die Stufe 2 – die Erschließung aller Schulen im Landkreis – auf den Weg gebracht. Nach dem Abschluss werden 84 Schulen unmittelbar mit Glasfaser versorgt sein – ein wichtiger Beitrag zur Bildung innerhalb des Main-Tauber-Kreises. Für die Schulen müssen nochmals 1,6 Millionen Euro zum Ausgleich der Wirtschaftlichkeitslücke kommunal aufgebracht werden. Auch dieser Projektteil wird durch Bund und Land finanziell unterstützt.

Neben dem geförderten Ausbau ging die Deutsche Telekom Technik GmbH auch eigenwirtschaftlich voran. So wurden rund 34.500 Anschlüsse an das Breitbandnetz herangeführt, wobei rund die Hälfte ohne öffentliche Zuschüsse ausgebaut wurde. Im geförderten Bereich sind rund 17.000 Anschlüsse mit FTTC und rund 520 Anschlüsse mit FTTH – also Glasfaser direkt ins Haus – versorgt.

Werden geförderte und eigenwirtschaftlicher Ausbau gemeinsam betrachtet, ergibt sich bisher eine Investition von rund 60 Millionen Euro.

Stufe 3 weiße Flecken und Stufe 4 Gewerbegebiete

Inzwischen läuft die Ausschreibung für die Stufen 3 und 4 des Breitbandkonzeptes Main-Tauber-Kreis. Diese Stufen sehen die Anbindung der bisher noch vorhandenen weißen Flecken und die Verdichtung des Glasfaserangebotes in den Gewerbegebieten vor. In Abstimmung mit den Städten und Gemeinden sind noch 362 weiße Flecken zu erschließen, die jetzt voraussichtlich einen unmittelbaren Glasfaseranschluss erhalten. Die weißen Flecken haben sich ergeben, da bei der Entscheidung im Jahr 2017 für das so genannte Basiskonzept nur ein Zeitfenster bis zum 31. Dezember 2018 zur Verfügung stand. Die Bundesregierung hat diese Vorgaben inzwischen den Marktgegebenheiten angepasst.

Bei den weißen Flecken handelt es sich beispielsweise um Ortsrandbebauung oder Aussiedlerhöfe, die in dem ursprünglichen Zeitfenster baulich nicht zu schaffen waren. Verdichtet wird das Glasfaserangebot auch in 21 Gewerbegebieten im gesamten Landkreis. Diese Erschließungsmaßnahmen sind ebenfalls mit den Städten und Gemeinden abgestimmt und passen in den Förderaufruf „Gewerbegebiete“ des Bundes. Für eine Förderung war nachzuweisen, dass innerhalb der Gewerbegebiete der entsprechende Breitbandbedarf besteht.

Die Ausschreibungsergebnisse weiße Flecken und Gewerbegebiete sollen Ende Dezember 2019 bei der Landkreisverwaltung vorliegen. „Wir setzen sehr darauf, dass wir wirtschaftliche Gebote erhalten“, weist Landrat Frank auf den nächsten Entwicklungsschritt hin. Die Erschließung der weißen Flecken und der Gewerbegebiete wird in den Jahren 2020 und 2021 umgesetzt. „Und wir hoffen, dass für alle gebildeten Lose – sowohl für die weißen Flecken als auch die Gewerbegebiete – Angebote eingehen“, sagt Landrat Frank weiter.

Der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Kreistags des Main-Tauber-Kreises hat dieser Vorgehensweise in seiner Sitzung am 27. November einstimmig das Plazet gegeben. Die Vergabe ist im Kreistag im März 2020 vorgesehen. Die Umsetzung der Stufen 3 und 4 wird erneut von der Förderung durch Bund und Land abhängen. „Wir freuen uns, dass der Bund weiterhin eine Förderung von 50 Prozent und das Land Baden-Württemberg jetzt von 40 Prozent in Aussicht stellt“, sagt Dezernent Müssig.

Sobald der Ausbau der Stufe 3 „weiße Flecken“ und Stufe 4 „Gewerbegebiete“ läuft, wird die Landkreisverwaltung mit der Ausarbeitung des Konzepts für die innerörtliche Erschließung (Stufe 5) beginnen. Bisher darf jedoch nur öffentlich gefördert werden, wo Bandbreiten von weniger als 30 Mbit/s zur Verfügung stehen. Voraussetzung für die innerörtliche Erschließung ist somit, dass diese bisher bestehende Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s fällt oder sehr hoch gesetzt wird. Denn nur ohne diese Hürde ist eine mit der EU abgestimmte Förderung durch Bund und Land möglich.

Informationen zum Breitbandausbau im Main-Tauber-Kreis gibt es beim Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Dezernat für Kreisentwicklung und Bildung / Amt für Wirtschaftsförderung, Energie und Tourismus, Gartenstraße 1, 97941 Tauberbischofsheim, Telefon 09341/82-5809, E-Mail: wirtschaftsfoerderung@main-tauber-kreis.de; Internet: www.main-tauber-kreis.de/breitbandausbau.

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