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15.11.2021

110 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion (Zahlen 13. bis 15. November) - Witterung, Kontakte und Delta-Variante sorgen für hohes Infektionsgeschehen

Im Main-Tauber-Kreis wurden in der Zeit von Samstag, 13., bis Montag, 15. November, insgesamt 110 neue Fälle einer Coronavirus-Infektion bestätigt, davon 61 am Samstag, 30 am Sonntag und 19 am Montag. Die betroffenen Personen leben im Gebiet aller Städte und Gemeinden des Landkreises außer Freudenberg und befinden sich in häuslicher Isolation. Die Gesamtzahl der bislang bestätigt infizierten Personen im Landkreis beträgt nun 7166.

673 Personen aktiv von Infektion betroffen

Die Zahl der Genesenen steigt um 85 Personen auf 6398. Somit sind derzeit 673 Personen im Landkreis aktiv von einer nachgewiesenen Infektion betroffen. Die neu hinzugekommenen Fälle verteilen sich auf das Gebiet der Kommunen Ahorn: 1, Assamstadt: 1, Bad Mergentheim: 22, Boxberg: 5, Creglingen: 10, Freudenberg: 0, Großrinderfeld: 3, Grünsfeld: 1, Igersheim: 3, Königheim: 2, Külsheim: 4, Lauda-Königshofen: 6, Niederstetten: 7, Tauberbischofsheim: 9, Weikersheim: 17, Werbach: 2, Wertheim: 16 und Wittighausen: 1. Aufgrund der aktuell hohen Fallzahlen kann das Landratsamt keine tagesaktuelle Verteilung der aktiven Fälle auf die Kommunen mehr berichten.

Weiterer Todesfall bestätigt

Das Gesundheitsamt hat einen weiteren Todesfall im Zusammenhang mit dem Coronavirus bestätigt. Bei dem Verstorbenen handelt es sich um einen Mann im Alter von über 80 Jahren. Weitere Angaben macht das Landratsamt aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht. Damit sind im Main-Tauber-Kreis mittlerweile 95 Menschen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie verstorben, davon 75 im Jahr 2021.

Indikatoren für das Pandemie-Geschehen laut LGA am Sonntag

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag im Main-Tauber-Kreis am Sonntag, 14. November, nach Angaben des Landesgesundheitsamtes Baden-Württemberg (LGA) bei 361,0. Sie beschreibt die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen (8. bis 14. November) je 100.000 Einwohner. Die Sieben-Tage-Hospitalisierungsinzidenz für Baden-Württemberg lag bei 4,73. Sie beschreibt die Zahl der Menschen, die in den vergangenen sieben Tagen in Baden-Württemberg mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, je 100.000 Einwohner. Die Auslastung der Intensivbetten mit COVID-19-Patientinnen und -Patienten (AIB) in Baden-Württemberg lag bei 379.

Die aktuellen Werte für Montag, 15. November, können ab etwa 18 Uhr im Lagebericht des LGA unter www.gesundheitsamt-bw.de abgerufen werden.

Busch: Betrachten Entwicklung mit Sorge – Regeln müssen eingehalten werden

„Die aktuelle Entwicklung betrachten wir mit Sorge, haben diese aber auch so erwartet“, erklärt Erster Landesbeamter Florian Busch. Die Sieben-Tag-Inzidenz im Main-Tauber-Kreis ist in bisher noch nicht erreichte Höhen geschnellt. Sie hat am Freitag, 5. November, mit 205,8 erstmals den Wert von 200 und am Mittwoch, 11. November, sogar erstmals den Wert von 300 überschritten. Dagegen hatte der Wert am Freitag, 29. Oktober, noch bei 104,8 gelegen.

„In dieser Situation vermuten leider einige Bürgerinnen und Bürgern, dass die Impfungen doch nichts oder zumindest nicht so viel bringen“, sagt Busch. Dies sei aber falsch. Auch weiterhin sei es so, dass fast nur ungeimpfte Menschen wegen einer Coronavirus-Infektion auf einer Intensivstation behandelt werden müssen oder sogar an oder mit Corona versterben. „Durch eine Impfung werden schwere Verläufe weitestgehend vermieden, aber auch die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung kann deutlich reduziert werden.“

Dass die Infektionszahlen nun so rasch so extrem steigen, hat laut dem Ersten Landesbeamten mehrere Gründe: „Aufgrund der kühlen Witterung halten wir uns wieder vorwiegend in Innenräumen auf, das zeigte bereits im vergangenen Jahr einen deutlichen Effekt. Während aber im Jahr 2020 ab dem 2. November die Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Rahmen des Teil-Lockdowns schließen mussten und strenge Kontaktbeschränkungen galten, finden nun wieder nahezu so viele Kontakte wie vor der Pandemie statt. Auch grassierte vor einem Jahr noch der Wildtyp des Coronavirus, inzwischen aber entfallen 100 Prozent aller Fälle auf die deutlich ansteckendere Delta-Variante.“

Vor diesem Hintergrund ist es laut Erstem Landesbeamten Busch zum einen sehr wichtig, dass die noch geltenden Regelungen auch konsequent durchgesetzt werden – also die AHA-Regel mit Abstand, Hygiene und korrekt getragenen Masken im Alltag, regelmäßiges Lüften und die Nutzung der Corona-Warn-App. Dort, wo 3G, 3G mit PCR-Test oder auch 2G gelten, müssten die Verantwortlichen – beispielsweise Veranstalterinnen und Veranstalter sowie Gastronominnen und Gastronomen – diese Regelungen auch konsequent anwenden und durchsetzen, auch wenn dies leider zu unschönen Auseinandersetzungen mit Gästen führen könne, die abgewiesen werden müssen. „Auch Kontrollen durch die Behörden – wie beispielsweise die Schwerpunktaktion letzte Woche in der Gastronomie – halte ich für richtig“, bekräftigt Busch.

Dass es nun wieder kostenlose Bürgertests gibt, bezeichnet Gesundheits- und Sozialdezernentin Elisabeth Krug in der aktuellen Situation als „gute Entscheidung“. Sie könne dazu beitragen, nicht erkannte Infektionen aufzudecken. Vor allem aber muss es laut Elisabeth Krug endlich gelingen, noch mehr Menschen für eine Impfung zu gewinnen und auch eine breit angelegte Kampagne für Drittimpfungen aufzusetzen. Durch Letzteres sei es bereits in Israel sehr gut gelungen, das Infektionsgeschehen deutlich einzudämmen. „Aktuell stehen die Länder mit den höchsten Impfquoten – wie Spanien und Portugal – sehr gut da, während die Lage in Staaten mit sehr niedrigen Impfquoten – wie Rumänien und Bulgarien – katastrophal ist und die dortigen, ohnehin schwachen Gesundheitssysteme vor dem Zusammenbruch stehen“, bilanziert die Dezernentin.

Auch in Deutschland werde es nur möglich sein, das Gesundheitssystem und seine stark belasteten Mitarbeitenden zu schützen, wenn die Impfquote weiter steige und insbesondere auch ausreichende Kapazitäten für Auffrischimpfungen zur Verfügung stehen. „Volle Intensivstationen führen nicht nur dazu, dass das Personal erschöpft ist und Corona-Patienten nicht mehr, zumindest nicht mehr heimatnah behandelt werden können. Auch andere extrem wichtige Behandlungen – beispielsweise bei Patientinnen und Patienten mit Krebs – müssen verschoben werden, mit allen unvermeidbaren Folgen. Deshalb sind die Einschränkungen für Ungeimpfte richtig, und deshalb ist es auch ein Ausdruck von Solidarität, sich impfen zu lassen“, sagt Krug. Die Landkreisverwaltung setze sich aktuell entschieden für mehr Impfangebote im Landkreis ein, auch wenn sie seit der Schließung der Impfzentren zum 1. Oktober nicht mehr für die Organisation von Impfungen verantwortlich ist.

Zudem weist das Landratsamt darauf hin, dass in seinen Pressemitteilungen zu den aktuellen Fallzahlen nur dann auf die stationäre Behandlung von Infizierten hingewiesen wird, wenn die Betroffenen sich schon bei der Feststellung der Infektion im Krankenhaus befinden. Allerdings wird eine Krankenhausbehandlung sehr häufig erst im weiteren Verlauf der Erkrankung notwendig. Daraus erklärt sich, dass die Zahl der Personen, die aufgrund einer Coronavirus-Infektion behandelt werden müssen, deutlich höher liegt als es den Angaben in den Fallzahlen-Berichten des Landratsamtes entnommen werden kann.

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