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05.02.2018

Aktionstag zur Suchtprävention

Trauriger Rekord: Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die wegen Alkoholmissbrauchs ins Krankenhaus eingeliefert werden, steigt wieder an. Laut Statistischem Landesamt wurden 2016 2957 Mal 13- bis 19-Jährige behandelt, weil sie zu viel getrunken haben. Der Main-Tauber-Kreis belegte in dieser Statistik den vordersten Platz in Baden-Württemberg. Grund genug für die Neuntklässler des Matthias-Grünewald-Gymnasiums, einen Aktionstag zum Thema „Suchtprävention“ zu veranstalten.

Von einer sinnvollen und notwendigen Veranstaltung sprach Martina Schlegl. Der Suchtpräventionstag sei ein wichtiger Baustein im Präventionskonzept des Matthias-Grünewald-Gymnasiums. Die Schulleiterin gab ihrer Hoffnung Ausdruck, dass die Angebote des Aktionstages den Schülern attraktive Alternativen aufzeigen. „Wir wollten nicht nur aufklären, sondern Möglichkeiten erfahrbar machen, wie die Jugendlichen ihre Lebensenergien sinnvoll und selbstverantwortlich einsetzen können“, erklärte Suchtpräventionslehrerin Jutta Banzer das Anliegen der Veranstaltung. Zusammen mit Studiendirektor Tobias Endres hatte sie den Aktionstag organisiert. Ziel war es, dass die Schüler lernen, Verantwortung für sich zu übernehmen.

Den Auftakt des abwechslungsreichen Projekttages bildete eine Autorenlesung mit Anna Kuschnarowa. Die gebürtige Würzburgerin hat mit „Junkgirl“ einen rasanten Jugendroman über Verführung und Desillusionierung geschrieben. In den Auszügen, die die Autorin vortrug, wurde mit erschreckender Eindringlichkeit deutlich, wie wenig es bedarf, um in einen Strudel aus Heroin, Prostitution und Kleinkriminalität abzurutschen. Kuschnarowas Vortrag verfehlte seine Wirkung nicht. Ihr sei in dieser Deutlichkeit gar nicht bewusst gewesen, was Drogen anrichten können, meinte Annabel Füger. Jetzt will sie den ganzen Roman lesen. Verschiedene Foren boten anschließend unterschiedliche Zugangsweisen zum Thema. Gerhard Heine stellte seine Ausführungen unter das Motto „Sucht kommt von suchen“. Der Diplom-Sozialpädagoge an der Psychosozialen Beratungsstelle sprach sich dafür aus, verantwortungsvoll mit Freiräumen umzugehen. Sigrid Mündlein informierte über die rechtliche Situation von Jugendlichen. Eva-Marie Reith und Sophia Henn nannten die Hinweise der kommunalen Suchtbeauftragten des Landratsamtes eine wertvolle Vertiefung. Für Betroffenheit unter den Schülern sorgte die Begegnung mit Anonymen Alkoholikern. Die Offenheit, mit der diese über ihre Sucht sprachen, imponierte ihnen. „Man konnte alles fragen“, staunte Stella Olma. Thea Ploeger war auch am Tag danach noch ziemlich erschrocken, über das, was sie gehört hat. „Eine Teilnehmerin berichtete davon, was sie alles schon durchgemacht hat.“

Lust auf leckere Cocktails? Der Workshop mit Beate Laumeyer und Christine Schaber war sehr gefragt. Unter Anleitung der beiden Mitarbeiterinnen der Landesinitiative Blickpunkt Ernährung mixten die Schüler alkoholfreie Getränke mit verheißungsvollen Namen wie „Tropi Frutti“, „Blue Waves“ oder „Titanic“. Von den leckeren Alternativen zum Alkohol war Sarah Ballweg begeistert: „Partyspaß und gute Stimmung gibt’s auch ohne Alkohol.“

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