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06.09.2017

"Tag des alkoholgeschädigten Kindes" am 9. September

Ein entscheidender Faktor für eine gute Gesundheit werdender Mütter und ungeborener Kinder ist es, auf den Konsum von Alkohol während der Schwangerschaft zu verzichten. Um auf dieses Thema hinzuweisen, wird jedes Jahr am 9. September der „Tag des alkoholgeschädigten Kindes“ begangen, eine Initiative der Organisation FASworld. Darauf weist die Kommunale Suchtbeauftragte des Landratsamtes Main-Tauber-Kreis hin.

Es wird geschätzt, dass in Deutschland jährlich bis zu 10.000 Babys mit alkoholbedingten Schädigungen auf die Welt kommen. Fachleuten zufolge konsumieren bis zu 30 Prozent der Frauen in der Schwangerschaft Alkohol. Je nachdem, in welchem Umfang und in welchen Abschnitten der Schwangerschaft getrunken wird, werden die Kinder geistige Defizite und/oder Fehlbildungen aufweisen. Die daraus resultierenden Schwierigkeiten für die Kinder und ihre Familien sollen am 9. September besondere gesellschaftliche Aufmerksamkeit bekommen.

Die schwerste Form der Schädigung von Kindern durch Alkohol in der Schwangerschaft ist das „Fetale Alkoholsyndrom“ (FAS). Kinder, die dies erleiden, weisen bleibende körperliche und geistige Entwicklungsstörungen auf und sind in ihrem Verhalten auffällig. Neben einem geringeren Geburtsgewicht können auch Nierenschäden, Herzfehler oder Skelettveränderungen auftreten. Zudem zeigen die Kinder Verhaltensstörungen wie Ruhelosigkeit, erhöhte Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche. Es können auch vielfältige Störungen in der Gehirnentwicklung bis hin zur geistigen Behinderung auftreten.

Sonja Schattmann betreut als Sachgebietsleiterin des Pflegekinder- und Adoptionsdienstes im Jugendamt Main-Tauber-Kreis mit ihrem Team Familien, die Kinder mit FAS in ihre Familie aufgenommen bzw. adoptiert haben. Dabei erlebt sie die Auswirkungen auf die Beziehung zur Pflegefamilie, auf die Schulentwicklung oder auf die Kontakte zu anderen: „Schäden, die von einem Fetalen Alkoholsyndrom stammen, sind meist bleibend. Kinder mit FAS sind auf sehr viel Fürsorge und fremde Hilfe angewiesen.“

Die Auswirkungen von Alkohol in der Schwangerschaft auf die Gesundheit und Entwicklung eines Kindes sind beträchtlich und vielfach so stark, dass ein Kind ein Leben lang unter den Folgen leidet. Deshalb empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unbedingt, konsequent Nein zu sagen zum Alkohol in der Schwangerschaft.

An junge Familien gewandt erläutert die Kommunale Suchtbeauftragte Sigrid Mündlein: „Natürlich sollte eine schwangere Frau niemals zum Trinken von Alkohol aufgefordert werden. Seien Sie Vorbild und machen es Ihrer Partnerin leicht, auf Alkohol zu verzichten. Greifen Sie bewusst zu alkoholfreien Alternativen.“

Info:

Nach aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg gab es im Jahr 2015 die höchste Geburtenrate seit 1974. Landesweit wurden mehr als 100.000 Mädchen und Jungen geboren. Das entspricht einer Geburtenrate von 1,51 Kindern je Frau. Erfreulicherweise zeigt sich dieser positive Trend auch im Main-Tauber-Kreis mit 1,52 Kindern je Frau.

Weitere Informationen sind auch unter http://www.fasd-deutschland.de/ oder https://www.kenn-dein-limit.de/alkohol/schwangerschaft-und-stillzeit/alkohol-in-der-schwangerschaft/ erhältlich.




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